Und, Du so im Corona-Sommer 2020??? Teil I

08.09.2020 von Meiky

Wo soll die Reise denn dieses Mal hingehen, fragten wir uns immer wieder und schauten uns nur mit zuckenden Schultern an. Klar war, dass wir mit dem Landy aufbrechen werden. Fliegen und Hotelaufenthalte kamen für uns nicht in Frage, wozu hat man denn ein Wohnmobil und warum fliegen, wenn man auch fahren kann. Die Vorschläge waren Nordspanien, Norwegen, UK, Andorra, Niederlande und Belgien. Aus verschiedenen Gründen konnte uns keine der Destinationen so ganz überzeugen und wir hatten auch keine Lust auf lange Fahrzeiten. So kam es, dass wir einfach öfter wegfuhren, dafür jeweils etwas kürzer und nicht so weit weg.

 

Die ersten Trips gingen nur in die nähere Umgebung. Schließlich war der Lockdown gerade erst aufgeboben und irgendwie war man noch unsicher, wo man guten Gewissens hin konnte und wo nicht. Anfangs waren wir für Tagesausflüge am Starnberg See zum Segeln, dann ging es ein bisschen weiter weg Richtung Burghausen, um Freunde zu besuchen. Dort konnten wir auch mit dem Landy ein paar Tage im Garten stehen und abschalten.

 

Wo das auch gut geht ist im Saarland, auf dem Bauernhof von Bianca und Frank, wo wir eine Woche auf der Ponykoppel wohnten und uns nicht mehr wegbewegten. Wir waren zu faul etwas zu unternehmen, waren wir doch das letzte Mal schon unterwegs in der Umgebung und den angrenzenden Ländern Frankreich und Luxemburg. Dafür gab es auf dem Hof einiges zu tun: Heckeschneiden, Schafe scheren (Micha hat sich aufs Schafe streicheln beschränkt), Kirschen ernten und entkernen, Marmelade einkochen und jeden Abend gab es lecker Essen, vielen Dank lieber Frank!

Ausflüge in den guten alten Bayerischen Wald durften natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hier stellten wir auch wieder fest, dass es wirklich schwer ist, für längere Zeit an ein und demselben Ort wild zu campen. Abends schnell einen Platz gefunden und morgens gleich wieder abhauen ist kein Problem. Aber ein ruhiger Platz für ein paar Tage ist kaum zu finden. Zum Glück kannten wir einen Bauern, der einen Picknickplatz im Wald besitzt, auf dem wir uns stellen konnten. Es kamen nur sehr wenige Leute vorbei und wir waren sehr ungestört.

Ein wenig Overlander-Flair kam dann noch auf, als uns drei asylsuchende Iraner besuchten. So konnte man sich wieder über ferne Länder austauschen. Faid wohnte bis zu seinem 15. Lebensjahr in einem Vorort vor Teheran, bis ihm seine Eltern € 500,-- in die Tasche steckten und ihn auf eine lange Reise zu Fuß nach Deutschland schickten, um dort ein besseres Leben zu finden. Faid kam 2015 mit der Flüchtlingswelle. Seine dreimonatige Reise war sehr beschwerlich. Er berichtete, wie er Schlepper abwehrte und bei anderen Flüchtlingsfamilien zeitweise Obhut fand. Wie der erste Ort hieß, den er damals in Deutschland zuerst erreicht hatte, weiß er nicht. Zu neu war alles. Sein Deutsch ist schon sehr gut, aber das reicht ihm noch nicht. Er ist sehr ehrgeizig und fängt dieses Jahr eine Ausbildung an. Auch den Führerschein möchte er unbedingt machen. Seit fünf Jahren ist er nun in Deutschland, ist mittlerweile 20 und hat seine Eltern seit dem Tag seiner Abreise nicht mehr gesehen und er kann auch nicht sagen, wann es zu einem Wiedersehen kommen wird. Die Unterhaltung mit ihm macht uns nachdenklich. Wie gut ging es uns doch in unserer Jugend und welch schöne, unbeschwerte und sorgenfreie Kindheit hatten wir im Vergleich.

Dank einiger Kontakte von Micha, die in der Umgebung noch den ein oder andern idyllischen Stellplatz besitzen, setzten wir unsere Tour im „Woid“ noch eine Weile fort, um dann im August nochmal ein bisschen weiter weg zu verreisen. Wohin uns die Reise führte, erfahrt Ihr im zweiten Teil von „Und Du so, im Corona Sommer 2020?“


Deutschland / Österreich

05.02.2018 von Meiky

Wir müssen gestehen, dass wir trotz Heimvorteil in Deutschland und Österreich noch nicht allzu oft Urlaub gemacht haben. Dies werden wir aber im Alter mit einem Wohnmobil nachholen.

 

In Deutschland unternahmen wir aber Ausflüge zu den Externsteinen, Schloss Neuschwanstein, den bayerischen Wald und ins Saarland. In Österreich waren wir in Zell am See und sogar in Kärnten.

 

Ins Saarland sind wir mit unserem BMW e30 Baujahr 1987 gefahren. Es ist echt schön solche Touren mit einem alten Auto zu unternehmen. Das ist gleich eine andere Art zu reisen und der Fortbewegung. Wir erinneren uns gerne daran zurück. Und es wird definitiv mal ein Vorsatz für eine zukünftige Urlaubsreise. Mit einem Oldtimer, nur mit Zelt und ohne Navi wieder einmal weg zu fahren.




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