Töwerland, die Pferdekutscheninsel

09.06.2021 von Meiky

Die Einheimischen nennen ihre Insel Juist auch „Töwerland“. Der Begriff stammt vom friesischen Wort „Töwer = Zauber ab: Die ostfriesische Insel Juist bietet für uns und dem Leben auf der Straße im Landy einen tollen Kontrast, sie ist nämlich vollkommen autofrei und grundsätzlich ist jeglicher Kraftfahrzeugverkehr verboten. Stattdessen werden auf der Insel Pferdekutschen für den Personenverkehr und für die gesamte Güterversorgung, wie die Belieferung von Hotels, Supermärkten und Müllabfuhr, eingesetzt. Nur der Notarzt, Krankenwagen und die Feuerwehr sind motorisiert. Polizei und Post sind mit kleinen Elektrofahrzeugen unterwegs. 

 

Ende Mai waren wir 10 Tage auf Juist. Die schönste Sandbank Deutschlands ist vom Bahnhof und Anleger Norddeich Mole, vom ostfriesischen Festland aus, mit Fähren zu erreichen. Die Fähre verkehrt gezeitenabhängig. Ausschließlich bei Hochwasser kann Juist erreicht werden. So fallen dort die Tagesgäste weg. Nur alle zwei bis drei Wochen hat die Fähre die Möglichkeit morgens anzulegen und abends wieder nach Norddeich Mole abzulegen. Daher ist es bei Anreise und Buchung von Vorteil den Fährplan von der Reederei Frisia oder den Inselexpress (dieser benötigt nur 45 Minuten) im Blick zu behalten. Zur Not hat man aber auch die Möglichkeit, die Strecke in einem kleinen Propellerflugzeug in 7 Minuten zurück zu legen. Am Flughafen Juist wartet dann auch schon ein Pferdetaxi oder man beginnt, so wie wir, die Insel gleich bei Ankunft zu Fuß zu erkunden. Es sind ca. 4 Kilometer ins Ortszentrum.

Die Insel hat etwa 1525 Einwohner und ist mit 17 Kilometern die längste der ostfriesischen Inseln. Fahrräder können an jeder Ecke ausgeliehen werden und kosten ca. € 40,-- für eine Woche. Obwohl die Insel flach ist, empfehlen wir für den ungeübten Radfahrer ein E-Bike. Der Wind mit seiner vorherrschenden Richtung aus Nordwest ist nicht zu unterschätzen. Wer die Insel befahren möchte, muss entweder bei der Hin- oder bei der Rückfahrt mit starkem Gegenwind rechnen. Man hat bei Gegenwind ständig das Gefühl, eine 10%ige Steigung zu befahren. Dafür kann man sich dann aber bei Rückenwind über die Insel schieben lassen. Mit im Gepäck lohnt sich auch im Sommer eine warme Regenjacke, im besten Fall auch Gummistiefel oder Boots.

Es gibt zahlreiche Restaurants, Bars, Hotels und Ferienwohnungen. Wir entschieden uns für zwei FEWO´s *(„Haus ohne Namen“ und „Haus Mira“). Wir mussten einmal umziehen, da beide nicht durchgängig frei waren. Die beiden Supermärkte in der Stadt sind sehr gut ausgestattet. Zu dem sorgen ein Feinkostladen und eine Drogerie dafür, dass man auf nichts verzichten muss. Nicht zu vergessen ist die Kurtaxe von € 3,90 Pro Person/Nacht, die man am Hafen entrichtet. Das wird streng bei der Abreise kontrolliert.

An der Nordseite der Insel erstreckt sich ein breiter, weißer Sandstrand über die gesamte Länge von Juist. Kilometerlange Spaziergänge am Strand sind möglich. Wir können dafür das Westende empfehlen (nicht die Flughafen Seite). Vorbei am kleinen Ort Loog und am Hammersee, bis zum Restaurant „Domäne Bill“. Von dort aus kann man sogar bei Flut noch weitere zwei bis drei Kilometer auf der Sandbank, bis zum letzten Ende der Insel laufen. Dann ist keine Menschenseele mehr anzutreffen und mit Glück schaut sogar ein Seehund aus dem Meer. Zahlreiche Hasen, Fasane und Rehe sahen wir ebenfalls auf der Insel. Eine Wattwanderung ist zwar ein „Muss“ und diese sollte auch am besten über „Heino den Wattführer“ rechtzeitig gebucht werden. Aber leider war zu unserer Zeit auf Grund des schlechten Wetters sowie den ungünstigen Gezeiten keine Wattwanderung möglich.

 Wer während seines Urlaubs Ruhe sucht, ist nicht nur wegen des Autoverbots sehr gut auf Juist aufgehoben. Auch die Tatsache, dass es keinen Party oder SchickiMicki Tourismus gibt, ist sehr angenehm. Dennoch ist sie nicht die günstigste ostfriesische Insel, dafür ein Zauberland.

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Und, Du so im Corona-Sommer 2020??? Teil I

08.09.2020 von Meiky

Wo soll die Reise denn dieses Mal hingehen, fragten wir uns immer wieder und schauten uns nur mit zuckenden Schultern an. Klar war, dass wir mit dem Landy aufbrechen werden. Fliegen und Hotelaufenthalte kamen für uns nicht in Frage, wozu hat man denn ein Wohnmobil und warum fliegen, wenn man auch fahren kann. Die Vorschläge waren Nordspanien, Norwegen, UK, Andorra, Niederlande und Belgien. Aus verschiedenen Gründen konnte uns keine der Destinationen so ganz überzeugen und wir hatten auch keine Lust auf lange Fahrzeiten. So kam es, dass wir einfach öfter wegfuhren, dafür jeweils etwas kürzer und nicht so weit weg.

 

Die ersten Trips gingen nur in die nähere Umgebung. Schließlich war der Lockdown gerade erst aufgeboben und irgendwie war man noch unsicher, wo man guten Gewissens hin konnte und wo nicht. Anfangs waren wir für Tagesausflüge am Starnberg See zum Segeln, dann ging es ein bisschen weiter weg Richtung Burghausen, um Freunde zu besuchen. Dort konnten wir auch mit dem Landy ein paar Tage im Garten stehen und abschalten.

 

Wo das auch gut geht ist im Saarland, auf dem Bauernhof von Bianca und Frank, wo wir eine Woche auf der Ponykoppel wohnten und uns nicht mehr wegbewegten. Wir waren zu faul etwas zu unternehmen, waren wir doch das letzte Mal schon unterwegs in der Umgebung und den angrenzenden Ländern Frankreich und Luxemburg. Dafür gab es auf dem Hof einiges zu tun: Heckeschneiden, Schafe scheren (Micha hat sich aufs Schafe streicheln beschränkt), Kirschen ernten und entkernen, Marmelade einkochen und jeden Abend gab es lecker Essen, vielen Dank lieber Frank!

Ausflüge in den guten alten Bayerischen Wald durften natürlich ebenfalls nicht fehlen. Hier stellten wir auch wieder fest, dass es wirklich schwer ist, für längere Zeit an ein und demselben Ort wild zu campen. Abends schnell einen Platz gefunden und morgens gleich wieder abhauen ist kein Problem. Aber ein ruhiger Platz für ein paar Tage ist kaum zu finden. Zum Glück kannten wir einen Bauern, der einen Picknickplatz im Wald besitzt, auf dem wir uns stellen konnten. Es kamen nur sehr wenige Leute vorbei und wir waren sehr ungestört.

Ein wenig Overlander-Flair kam dann noch auf, als uns drei asylsuchende Iraner besuchten. So konnte man sich wieder über ferne Länder austauschen. Faid wohnte bis zu seinem 15. Lebensjahr in einem Vorort vor Teheran, bis ihm seine Eltern € 500,-- in die Tasche steckten und ihn auf eine lange Reise zu Fuß nach Deutschland schickten, um dort ein besseres Leben zu finden. Faid kam 2015 mit der Flüchtlingswelle. Seine dreimonatige Reise war sehr beschwerlich. Er berichtete, wie er Schlepper abwehrte und bei anderen Flüchtlingsfamilien zeitweise Obhut fand. Wie der erste Ort hieß, den er damals in Deutschland zuerst erreicht hatte, weiß er nicht. Zu neu war alles. Sein Deutsch ist schon sehr gut, aber das reicht ihm noch nicht. Er ist sehr ehrgeizig und fängt dieses Jahr eine Ausbildung an. Auch den Führerschein möchte er unbedingt machen. Seit fünf Jahren ist er nun in Deutschland, ist mittlerweile 20 und hat seine Eltern seit dem Tag seiner Abreise nicht mehr gesehen und er kann auch nicht sagen, wann es zu einem Wiedersehen kommen wird. Die Unterhaltung mit ihm macht uns nachdenklich. Wie gut ging es uns doch in unserer Jugend und welch schöne, unbeschwerte und sorgenfreie Kindheit hatten wir im Vergleich.

Dank einiger Kontakte von Micha, die in der Umgebung noch den ein oder andern idyllischen Stellplatz besitzen, setzten wir unsere Tour im „Woid“ noch eine Weile fort, um dann im August nochmal ein bisschen weiter weg zu verreisen. Wohin uns die Reise führte, erfahrt Ihr im zweiten Teil von „Und Du so, im Corona Sommer 2020?“


Deutschland / Österreich

05.02.2018 von Meiky

Wir müssen gestehen, dass wir trotz Heimvorteil in Deutschland und Österreich noch nicht allzu oft Urlaub gemacht haben. Dies werden wir aber im Alter mit einem Wohnmobil nachholen.

 

In Deutschland unternahmen wir aber Ausflüge zu den Externsteinen, Schloss Neuschwanstein, den bayerischen Wald und ins Saarland. In Österreich waren wir in Zell am See und sogar in Kärnten.

 

Ins Saarland sind wir mit unserem BMW e30 Baujahr 1987 gefahren. Es ist echt schön solche Touren mit einem alten Auto zu unternehmen. Das ist gleich eine andere Art zu reisen und der Fortbewegung. Wir erinneren uns gerne daran zurück. Und es wird definitiv mal ein Vorsatz für eine zukünftige Urlaubsreise. Mit einem Oldtimer, nur mit Zelt und ohne Navi wieder einmal weg zu fahren.



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