09.07.2026 von Meiky
Irisch? Fast überall sichtbar
Gleich bei der Einreise fällt, genau wie in Wales, auf, dass nahezu alle Straßenschilder zweisprachig sind. Obwohl nur rund zwei Prozent der Bevölkerung Irisch (Gälisch) als Muttersprache sprechen, wird die Sprache von deutlich mehr Menschen verstanden und in den Schulen unterrichtet. Irisch gehört zur keltischen Sprachfamilie und zählt zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen Europas.
18.01.2020 von Meiky
Unser erster gemeinsamer Urlaub nach unserer Langzeitreise. Anfangs waren wir uns nicht sicher, wohin uns die Reise führen sollte. Zur Auswahl standen Bali oder Irland. Unterschiedlicher könnten die Destinationen eigentlich nicht sein. Wir entschieden uns für Irland, weil es mehr zu sehen gibt und wir vor allem zur Nebensaison dort weniger Touristen vermuteten. Folglich wären die Straßen und Sehenswürdigkeiten nicht so überlaufen.
Irland - durch den Süden, 2026
09.07.2026 von Meiky
Irisch? Fast überall sichtbar
Gleich bei der Einreise fällt, genau wie in Wales, auf, dass nahezu alle Straßenschilder zweisprachig sind. Obwohl nur rund zwei Prozent der Bevölkerung Irisch (Gälisch) als Muttersprache sprechen, wird die Sprache von deutlich mehr Menschen verstanden und in den Schulen unterrichtet. Irisch gehört zur keltischen Sprachfamilie und zählt zu den ältesten noch gesprochenen Sprachen Europas. Besonders im Westen Irlands wird die Sprache bis heute im Alltag gepflegt.
Bereits im Herbst 2019 waren wir schon einmal in Irland. Damals hatten wir allerdings längst nicht alles gesehen, vor allem der Süden fehlte uns noch. Trotzdem ging es zunächst wieder Richtung Norden nach Newgrange. Warum wir uns die Anlage damals nicht angeschaut haben, können wir uns heute selbst nicht mehr erklären. Am Eintrittspreis von € 10,-pro Person lag es jedenfalls nicht.
Die Grabstätten Newgrange, Knowth und Dowth entstanden bereits um 3200 v. Chr. und sind damit sogar älter als Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh. Besonders beeindruckend ist die exakt ausgerichtete Grabkammer, die jedes Jahr zur Wintersonnenwende für wenige Minuten von den ersten Sonnenstrahlen erleuchtet wird.
Die Anlage besteht aus einem großen Hügelgrab und insgesamt 17 kleineren Grabanlagen. Knowth ist bekannt für die größte Sammlung an Megalithkunst in ganz Westeuropa. Ebenfalls zum UNESCO-Gebiet Brú na Bóinne gehört Dowth. Diese Ausgrabungsstätte hatten wir uns bereits 2019 angeschaut, weshalb wir sie diesmal ausließen.
Richtung Süden
Nach den Ausgrabungsstätten Newgrange und Knowth ging es langsam Richtung Süden. Im Westen von Dublin schauten wir uns zunächst The Wonderful Barn und anschließend Conolly Folly an. Beides sind sicherlich keine klassischen Sehenswürdigkeiten, gerade deshalb fanden wir sie aber interessant. Das Wonderful Barn wurde im 18. Jahrhundert als Hungerspeicher und Beschäftigungsprojekt während einer Hungersnot errichtet. Conolly Folly entstand zur gleichen Zeit als dekorativer Torbau einer weitläufigen Parkanlage.
Danach ging es weiter nach Glendalough. Die ehemalige Klostersiedlung wurde bereits im 6. Jahrhundert vom heiligen Kevin gegründet und zählt heute zu den bekanntesten historischen Orten Irlands. Beeindruckend sind der Rundturm, die alte Kathedrale und die wunderschöne Lage zwischen den beiden Seen.
Anschließend schauten wir uns noch die Jerpoint Abbey an. Die gut erhaltene Zisterzienserabtei stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist vor allem für ihre kunstvoll verzierten Kreuzgänge bekannt.
Kilkenny haben wir uns ebenfalls noch einmal angeschaut. So richtig begeistern konnte uns die Stadt diesmal allerdings nicht.
Entlang der Südküste
Unser erster Stopp an der Südküste war das sogenannte Doll House, über das wir eher zufällig gestolpert sind. Das kleine blaue Häuschen ist mittlerweile eines der bekanntesten Fotomotive der Region.
Ganz in der Nähe befindet sich außerdem das Shell Cottage. Der Besitzer verzierte sein gesamtes Haus mit unzähligen Muscheln und schuf damit ein wirklich außergewöhnliches Gebäude.
Unsrer Campingplatz lag direkt an der Bannow Bay. Dort waren wir gleich mehrmals am Strand spazieren. Die Gegend gilt als historisch besonders bedeutend, denn hier landeten im Jahr 1169 die ersten normannischen Truppen in Irland und veränderten die Geschichte der Insel nachhaltig.
Von dort aus schauten wir uns noch mehrere kleinere Sehenswürdigkeiten an. Darunter ein altes Schiffswrack, die Tintern Abbey und das Duncannon Fort.
Selbstverständlich durfte auch der Hook Lighthouse nicht fehlen. Er zählt zu den ältesten noch betriebenen Leuchttürmen der Welt und wacht bereits seit mehr als 800 Jahren über die Einfahrt zur Bucht. Nur der Tower of Hercules im spanischen A Coruña ist als noch betriebener Leuchtturm sogar noch etwas älter.
Copper Coast
Bei Waterford schauten wir uns zunächst noch die Old Red Iron Bridge über den River Suir an. Die ehemalige Eisenbahnbrücke wirkt wie ein Lost Place und passt wunderbar in die Landschaft.
Anschließend ging es weiter zur Copper Coast. Ihren Namen verdankt die Küstenregion dem Kupferbergbau, der hier bereits Anfang des 19. Jahrhunderts begann. Zwischen etwa 1820 und 1870 gehörte die Region rund um Bunmahon zu den bedeutendsten Kupferabbaugebieten Europas. Heute erinnern noch zahlreiche Ruinen ehemaliger Bergwerke an diese Zeit. Seit 2001 gehört die Copper Coast zum UNESCO Global Geopark.
Die Küstenlandschaft hat uns wirklich gut gefallen. Ganz ehrlich, mit Cornwall konnten die Strände für uns aber nicht mithalten. Das Wasser wirkt dort einfach nicht annähernd so türkis wie an der Küste Cornwalls.
Rock of Cashel
Langsam machten wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Dublin. Unterwegs legten wir noch einen Stopp am Rock of Cashel ein. Obwohl wir bereits 2019 dort gewesen waren, konnten wir uns erstaunlich wenig daran erinnern. Deshalb schauten wir uns die Anlage einfach noch einmal an. Der markante Kalksteinfelsen war über viele Jahrhunderte Sitz der Könige von Munster und zählt heute zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Irlands. Der Legende nach bekehrte der heilige Patrick hier im 5. Jahrhundert den König von Munster zum Christentum. Die heute sichtbaren Gebäude stammen überwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Durch die erhöhte Lage bietet der Rock of Cashel außerdem einen wunderschönen Blick über die umliegende Landschaft.
Das höchstgelegene Pub Irlands
Bevor es endgültig zurück nach Dublin ging, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Johnny Fox's Pub südlich der Hauptstadt. Es gilt als das höchstgelegene Pub Irlands. Das klingt zunächst spektakulärer, als es tatsächlich ist, denn 340 Meter über NN. sind nun wirklich keine große Höhe. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Das urige Pub existiert bereits seit 1798 und gehört zu den bekanntesten traditionellen Pubs des Landes.
Ganz in der Nähe befindet sich außerdem ein Bikepark. Dort verbrachten wir die letzte Nacht auf einem Parkplatz, bevor es am nächsten Morgen zur Fähre ging.
Rückreise
Von Dublin brachte uns die Fähre von Irish Ferries innerhalb von rund 18 Stunden nach Cherbourg in Frankreich.
Am nächsten Tag konnten wir um 11:30 Uhr von der Fähre fahren. Die ersten zwei Stunden waren noch ganz angenehm zu fahren. Danach begann jedoch eine Hitze, wie wir sie bislang noch nie erlebt hatten. Ohne Klimaanlage heizte sich das Fahrzeug wahnsinnig auf und die Abwärme des Getriebes zwischen Fahrer und Beifahrer machte es noch schlimmer. Das Thermometer im Auto zeigte deutlich über 40 Grad an.
Deshalb beschlossen wir, uns im Wald ein schattiges Plätzchen zu suchen und die größte Hitze einfach abzuwarten. Im Nachhinein war das definitiv die richtige Entscheidung.
Erst gegen halb zehn am Abend machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Deutschland und legten die letzten rund 600 Kilometer in der Nacht zurück. Selbst mitten in Paris hatten wir im Fahrzeug gegen Mitternacht noch unglaubliche 36 Grad.
Die letzten vier Tage verbrachten wir schließlich noch ganz entspannt bei Michas Schwester auf der Ponykoppel. Dort konnten wir nach drei Monaten unterwegs unsere Reise gemütlich ausklingen lassen.
16 Tage Mietwagenrundreise im Spätherbst 2019
Von Meiky am 18.01.2020
Unser erster gemeinsamer Urlaub nach unserer Langzeitreise. Anfangs waren wir uns nicht sicher, wohin uns die Reise führen sollte. Zur Auswahl standen Bali oder Irland. Unterschiedlicher könnten die Destinationen eigentlich nicht sein. Wir entschieden uns für Irland, weil es mehr zu sehen gibt und wir vor allem zur Nebensaison dort weniger Touristen vermuteten. Folglich wären die Straßen und Sehenswürdigkeiten nicht so überlaufen.
Wir bereisten Irland 14 Tage von Ende September bis in den Oktober hinein, also in der Nebensaison, eigentlich schon fast außerhalb der Saison. Bei zwei B&Bs waren wir die letzten Gäste und es waren schon einige B&Bs geschlossen. In 14 Tagen fuhren wir fast einmal ganz um die Insel herum und konnten so die bekanntesten Sehenswürdigkeiten besuchen. Es war allerdings sehr sportlich, in so kurzer Zeit die Insel zu umrunden. Unser Plan beinhaltete eigentlich ebenfalls Dublin. Die Stadt fiel dann aber aus Zeitmangel doch weg. In dieser kurzen Zeit hat man noch dazu natürlich auch nicht die Möglichkeit in mehrere bestimmte Regionen intensiver einzutauchen. Nachdem wir Irland noch nicht kannten, wollten wir uns aber nicht für eine Region entscheiden und darum war eine Inselrundreise für uns die beste Entscheidung. Jetzt können wir auch die Meinung vieler anderer bestätigen, dass der Süden, vor allem die Südküste, interessanter ist als der Norden.
Wir finden, Irland bereist man am besten mit dem Mietwagen und NICHT im Juli oder August; wenn zu den vielen Bussen und Wohnmobilen auch noch die Einheimischen und Engländer dazu kommen. Dann sind die Insel und die zum Teil sehr schmalen Straßen hoffnungslos überfüllt und es ist fast unmöglich vor Ort, ohne voraus zu buchen, kurzfristig passende Unterkünfte zu finden. Wir buchten die erste Nacht schon vorab in Deutschland, da wir abends landen sollten und nach der Mietwagenannahme keine Lust mehr haben würden, noch ein B&B zu suchen. Alle weiteren Übernachtungen haben wir klassisch vor Ort gesucht, dies ist in Irland auch wirklich einfach und eine Vielzahl von schönen kleinen B&Bs sind in den Online Buchungsportalen gar nicht gelistet. Wir konnten somit unsere Tagesetappen absolut flexibel gestalten und sind dort geblieben, wo wir es für schön empfunden haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Zimmer anschauen und dann entscheiden kann, ob man bleibt oder weiter fährt, um was Besseres zu finden. Unsere ganzen Kriterien, nette Gastgeber, sauberes Zimmer, schöne Aussicht, kleiner Ort, ruhig am Ortsrand gelegen und in Fußnähe zum Pub konnten alle fast immer erfüllt werden.
Die Unterkünfte in Irland sind auch zur Nebensaison nicht gerade günstig, € 70,-- muss man für ein Zimmer mit eigenem Badezimmer und Frühstück für zwei Personen schon mind. hinlegen. Deshalb entschieden wir uns auch ein Zelt mitzunehmen, leider kam es nur einmal zum Einsatz, da das Wetter sehr wechselhaft war und es nicht sooo einfach war Plätze zum Zelten zu finden. Nahe den Küsten ist alles eingezäunt, „Privat Property“ und „Zelten Verboten“ Schilder überall. Wir denken, dass die Einheimischen im Sommer nicht nur genervt, sondern auch von Touristen erschlagen werden. Wenn man sich die riesigen Campingplätze und Parkplätze vor den Sehenswürdigkeiten anschaut wundert einen das nicht, dass Touristen auch nicht so gern gesehen werden, man arrangiert sich aber, da die Einnahmen beträchtlich sind.
Das soziale Drehkreuz eines jeden Orts ist das Pub, wir haben es geliebt und schlossen uns am frühen Abend jedes Mal an. Für uns war es sehr interessant zu erfahren, dass Trinkgelder in Pubs an der Bar nicht üblich sind, in der Regel wirft man nur das kleine Wechselgeld in eine Spendendose, die dem Dorf zugutekommt, wie zum Beispiel neue Trikots für die Fußballmannschaft, Farbe für die alten Parkbänke etc. Am meisten waren wir aber über das Essen überrascht, es gibt nicht nur Fish and Chips oder Irish Stew. Wir haben in ganz Irland in den Pubs immer sehr gut gegessen, es war abwechslungsreich und für Vegetarier war auch immer was Gutes dabei.
Im Nachhinein sind wir sogar froh die Reise nicht mit dem Landy gemacht zu haben, da sich die Stellplatzsuche vor Ort als schwierig herausgestellt hätte. Auf den meisten Parkplätzen ist Campen verboten, Wildcampingplätze sind auf Grund der eingezäunten Felder kaum zu finden und die Campingplätze sahen nicht einladend aus und bestanden oft nur aus großen Schotterflächen. Die An- und Abreise wäre ohnehin für 14 Tage zu langwierig.
