Georgien - Zeitreise in die Sowjetunion

The Michaels, Lost Places, Hidden Places Georgien, ehemalige Sowjetunion, Kutaisi

31.03.2019 von Meiky:

 

Man merkt so langsam, dass wir uns Europa wieder nähern. Der Grenzübertritt von Armenien nach Georgien hat uns sage und schreibe nur 0,5 Stunden gekostet. Alle waren freundlich und ins Auto wurde nur aus Neugierde hineingeschaut. Nachdem wir die Stempel mal wieder im Pass hatten kauften wir innerhalb von 5 Minuten eine Versicherung für 10 Tage und starteten zum dritten Mal auf unserer Reise nach Georgien.

 

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Georgien - Wiedersehen mit Tiflis und entlang der Heerstraße nach Russland

The Michaels, Georgien Individuel, Heerstrasse nach Russland, Klöster, Trinity Church, Katzbegi Tours,

28.07.2018 von Meiky:

 

Die erneute Einreise von Armenien nach Georgien war wie zu erwarten sehr schnell und einfach (kleinste Grenze gewählt). Wir waren bei unserem zweiten Besuch in Georgien ziemlich gemütlich unterwegs und haben für die ca. 270 Kilometer von Süd nach Nord sechs Tage gebraucht.

 

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Georgien: Schöne schreckliche Offroad-Strecken - Der Svaneti Loop von Mestia über Ushguli nach Sasaschi

The Michaels, Svaneti Loop selber fahren, Ushguli udn Mestia, Offroadtracks für Georgien

05.07.2018 von Meiky:

 

Der Svaneti Loop von Mestia über Ushguli nach Sasaschi umfasst genau 95 Kilometer. Wir benötigten für die gesamte Distanz 5 ½ Stunden (reine Fahrzeit, Mitte Juni, ohne Pausen).

 

Wir hörten im Vorfeld viele Geschichten über den Svaneti Loop: Er sei quasi unpassierbar, eine echte Herausforderung, umfasse zwei hohe Pässe bis 2900 Meter über NN, Furten mit hohem Wasser, wackelige Brücken, etc.

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Georgien: Schöne schreckliche Offroad-Strecken - von Achalziche nach Batumi

Offroad in Georgien, Mit dem Auto nach Georgien, The Michaels, Seidenstraße. Beste Reisezeit Georgien

29.06.2018 von Meiky:

 

Man kann sagen, dass die Straßen in Georgien nicht zu den besten zählen. Auch die beiden Bergpässe, die wir fuhren bestanden nur aus mehr oder weniger schlechten Schotter. Im Winter sind die Pässe nicht geräumt und auch nicht befahrbar, was sich zum Teil bis Mitte Juni hinziehen kann.

 

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Georgien - Schotter, Schlaglöcher, Subtropen und Kühe

27.06.2018 von Meiky:

 

Unsere Theorie, dass kleine Grenzen doch besser sind als große, hat sich mal wieder bewahrheitet. Am Grenzübergang bei Öncül am Karzachi See ging das Aus- und Einreiseprocedere sehr schnell und wir waren bis auf einen LKW Fahrer die einzigen Grenzgänger dort. Nachdem wir den Ausreisestempel für die Türkei erhalten hatten, wurden wir bei den Zollkontrollen der Türkei nur durchgewunken und das Fahrzeug wurde dann ebenfalls schnell aus dem Pass ausgetragen.

 

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Georgien – Zeitreise in die Sowjetunion

 

The Michaels,Winter in Georgien, Straßenverhältnisse in Georgien

31.03.2019 von Meiky:

 

Man merkt so langsam, dass wir uns Europa wieder nähern. Der Grenzübertritt von Armenien nach Georgien hat uns sage und schreibe nur 0,5 Stunden gekostet. Alle waren freundlich und ins Auto wurde nur aus Neugierde hineingeschaut. Nachdem wir die Stempel mal wieder im Pass hatten kauften wir innerhalb von 5 Minuten eine Versicherung für 10 Tage und starteten zum dritten Mal auf unserer Reise nach Georgien.

Ach ja, es regnete übrigens immer noch täglich. Die ersten Tage hatten wir immer am frühen Nachmittag einen geeigneten Schlafplatz gefunden, schliefen aus und ließen die Tage ruhig angehen. Im Frühjahr sind übrigens die Straßen noch beschissener als im Sommer und die Pisten bestehen ausschließlich nur aus tiefem Matsch. In der Region Imeretien fuhren wir nach Chiatura (Tschiatura). In unserem Reiseführer stand leider nichts über den Ort. Chiatura war vor dem ersten Weltkrieg das größte Manganerzabbaugebiet der Welt, noch heute wird es dort abgebaut. Zur Stalinzeit wurden etwa 26 Seilbahnen für den öffentlichen Nahverkehr errichtet um die Anwohner aus den Bergen ins Tal und wieder hinauf zu bekommen. Noch heute sind 11 Seilbahnen in Betrieb. Sie sehen aber so aus, als wären sie schon seit Jahren nicht mehr bewegt worden und dann wunderten wir uns doch sehr, dass die kleinen Kabinen plötzlich an Fahrt aufnehmen. Für uns war der Ort sehr interessant. Er erweckte in uns den Eindruck, dass die Sowjetunion früher überall so ausgesehen haben muss, bis auf die bunten Sowjet-Häuser, die einen schönen Farbklecks in der durch das Manganerz schwarz eingefärbten Stadt ergeben. Es war wirklich alles schwarz, die Straßen, Häuser, Autos, Hunde und der Fluß. Nach dem Zerfall der Sowjet Union war in Chiatura die Gas-, Wasser und Stromversorgung zusammengebrochen. Strom gibt es seit 2004 wieder. Das Gas- und Wasserleitungsnetz ist inzwischen völlig verrottet. Wasser fließt alle drei bis fünf Tage für etwa 30 Minuten. Trinkwasser muss in Kanistern aus Quellen und einigen wenigen Brunnen in der Stadt herbeigeschafft werden. Wohnungen, auch in Hochhäusern, werden mit Holzöfen beheizt. Obwohl die Stadt vor allen zu dieser Jahreszeit sehr trostlos wirkt sind die Einwohner mit denen man jedoch aktiv in Kontakt treten muss, trotz der Lebensumstände sehr zuvorkommenden und liebenswürdig. Georgier sehen immer etwas griesgrämig aus und man hat das Gefühl, dass sie nur auf den Boden schauen und nie lachen, aber auch bei unserem dritten Besuch hat sich wieder bewahrheitet: ein kleines Lächeln bewirkt oft Wunder und man bekommt es umgehend auch wieder zurück. So wie man halt in den Wald hineinruft…

Danach machten wir uns auf nach Kutaisi, da wir uns die Stadt näher anschauen wollten, es kam aber doch anders. Die Stimmung kam zum Erliegen, seit 20 Tagen regnete oder schneite es fast durchgehend und wir wissen gar nicht mehr wie der Himmel ohne Wolken aussieht, von der wärmenden Sonne kann man nur noch träumen. Wir hatten einfach keine Lust mehr im Regen die Stadt zu besichtigen und den Landy zu verlassen, da wir mit dem Trocknen des Innenraums auch kaum noch hinterher kommen. Wir sind aber froh bei geschlossenen Dach schlafen zu können und nicht bei geöffnetem Dach wie bei unserem alten Landy So bleibt die Feuchtigkeit hauptsächlich draußen und es ist nicht wie in Südamerika nach drei Tagen Regenl auch im Innenraum alles nass. Am nächsten Tag entschieden wir uns die Stadt links liegen zu lassen, obwohl es nur vereinzelt regnete und fuhren nach Tskaltubo.

The Michaels, Abchasischen Krieg, Tsakatubo lost places, Georgien hidden Places, Hotel Tibilisi

Touristisch war der Ort vor dem Abchasischen Krieg ein sehr beliebtes Urlaubsziel und Heilbad mit jährlich 100.000 Gästen, auch Stalin kurte dort anscheinend gerne. Bei den leicht radioaktiven Thermalquellen deren Wasser gegen Rheumatismus und andere Gelenkerkrankungen wirken soll wurden zahlreiche und pompöse Hotels sowie Sanatorien für Behandlungen errichtet. Nach dem Krieg 1992 wurden die Hotels zu Flüchtlingsunterkünften und mit dem Ende der Sowjetunion blieben die Kurgäste aus. Die ehemaligen Hotels sind jetzt fast alle am Zerfallen, aber wenn man genauer hinsieht wird ein Teil der Hotels von georgischen Flüchtlingen und deren Nachkommen aus Abchasien bewohnt/besetzt. Es war eine spannende Zeitreise in die Geschichte der Sowjetunion während der wir den ehemaligen Reichtum alter Zeiten in Georgien erahnen und bewundern konnten. Die Hotels ähneln Palästen. Die jetzigen Bewohner sind sehr aufgeschlossen und man kann fast alle ehemaligen Hotels betreten. So standen wir auch auf der Dachterrasse vom ehemaligen Hotel Tibilisi.

Zwei Tage verbrachten wir bei dem anhaltend schlechten Wetter im Garten eines Guesthouses „Beautiful Georgia Guesthouse“ um den beheizten Aufenthaltsraum und ein warme Dusche zu nutzen Die 78 Jahre alte Eigentümerin war Deutschlehrerin und hat uns rund um die Uhr mit fabelhaftem Essen verwöhnt. Das Guesthouse wird sehr traditionell in einer typisch ländlichen, georgischen Gegend geführt. Im Garten sind Hühner, Gänse, Hunde, Katzen und eine Kuh. Die alte Dame freut sich schon sehr darauf, dass die Kuh bald ein Kalb bringt und sie dann wieder Mich hat um Käse zu machen. Die letzten zwei Tage in Georgien (juhu es regnet nicht mehr) verbrachten wir in Batumi, wo wir uns gerade auf die Fährfahrt in die Ukraine vorbereiten. Wir haben gehört, dass die Einschiffung ähnlich chaotisch wie im Iran ablaufen soll und 75% der Fahrgäste sollen betrunkene ukrainische LKW-Fahrer sein. Der Kauf der Tickets ging schon mal reibungslos. Die Preise sind für jeden transparent und werden auf der Homepage veröffentlicht. Wie genau die Überfahrt nun gewesen sein wird gibt es in unserem nächsten Bericht über die Ukraine und Moldawien zu lesen.


Wiedersehen mit Tiflis und entlang der Heerstraße nach Russland

28.07.2018 von Meiky:

 

Die erneute Einreise von Armenien nach Georgien war wie zu erwarten sehr schnell und einfach (kleinste Grenze gewählt). Wir waren bei unserem zweiten Besuch in Georgien ziemlich gemütlich unterwegs und haben für die ca. 270 Kilometer von Süd nach Nord sechs Tage gebraucht.

Tiflis hat sich bei unserem zweiten Besuch auch wieder von seiner schönsten Seite gezeigt und wir haben die Stadt dieses Mal ganz anders kennengelernt und weitere Stadtteile für entdeckt.

 

Nach einer Übernachtung in Tiflis ging es für uns auch schon wieder weiter auf die georgische Heerstraße. Diese führt ab Tiflis über die russische Grenze am hohen Lars bis Vladikavkas in Russland. Der georgische Teil ist ca. 170 Kilometer lang und führt über einen 2380 Meter hohen Pass, vorbei an Klöstern (war klar, oder?), einem Skigebiet, einem georgisch-russischen Friedensmonument, an einem Hofbräuhaus  München etc. Für die gesamte Strecke bis nach Vladikavkas  haben wir vier Tage benötigt, was nicht daran lag, dass die Straße schlecht gewesen wären, sondern daran, dass wir immer ausgeschlafen haben, einen Großeinkauf in einer riesen Shopping Mall gemacht haben, viele Stops einlegten und um ca. 15:00 Uhr schon einen neuen Übernachtungsplatz für uns gefunden haben.

The Michaels, Rundreise Georgien, Klöster in Georgien

Landschaftlich ist die Heerstraße ebenfalls sehr interessant, sie ist zwar eine, vor allem von LKWs sehr stark frequentierte Hauptverkehrsstraße, aber man muss nur einmal in ein Seitental abbiegen, ein paar Kilometer fahren und schon ist man wieder ganz alleine in wunderschöner Natur. Wir fuhren ebenfalls die sechs Kilometer lange Piste hinauf bis zum Plateau beim Trinity Kloster. Übrigens, das war mit Abstand die schlechteste Piste in ganz Georgien. Leider gibt es keine Fotos auf denen sich Micha krampfhaft festhalten musste und an Aussteigen war auch nicht zu denken, da die Allradtaxis immer so gedrängelt haben. Auf dem Plateau war natürlich schon mehr los, aber abends ist man doch dann auch fast wieder ganz alleine und hat einen wunderschönen Blick auf den Berg Kazbegi.

Zwei Tage später haben wir um kurz nach sechs Uhr morgens unser Nachtquartier nahe der russischen Grenze verlassen und waren dann auch unter den ersten beim georgischen Teil der Grenze, der so schien es erst um sieben Uhr seine Tätigkeit aufnahm. Die Ausreiseprozedur ging sehr schnell und nach wenigen Kilometern und Überholen der wartenden LKWs im Niemandsland standen wir zum ersten Mal im Stau in einem stickigen, zum Glück nicht allzu langen Tunnel – keine Chance die wartenden LKWs zu überholen, permanenter Gegenverkehr. 

 

Als wir irgendwann aus dem Tunnel draußen waren, waren da noch mehr Autos und wir wunderten uns, wo diese alle plötzlich hergekommen waren, da wir ja unter den ersten an der Grenze waren. Wir hatten nur die Erklärung, dass diese Leute dort übernachtet haben müssen.

 

Es folgte ein weiterer Tunnel, unendlich Stau und plötzlich brach eine Art Rallye los, der wir uns zum Glück anschlossen und in den kurzen Zeiten ohne Gegenverkehr sehr viele LKWs und Autos rechts liegen ließen, bis wir uns schließlich vor einem Kasachen einreihen konnten. Dieser Vorsprung sparte uns bestimmt drei Stunden – auch wenn er zugegebenermaßen gegenüber den bereit wartenden Autos egoistisch gewesen ist. Bevor uns nun wer darum verurteilt: wer diesen Grenzverkehr nicht selber erlebt hat, bitte selber ansehen und dann nochmal urteilen. So was gibt es kein zweites Mal in Europa und dieser einzige Grenzübergang von Russland nach Georgien bricht unter der Last der Überschreitenden förmlich zusammen.

The Michaels, Grenzübertritt nach Russland, Heerstraße in Georgien

Die russische Kontrolle mit Zollerklärung usw. dauerte etwa eine halbe Stunde – danach befanden wir uns in Nordossetien-Alanien.  Glücklicherweise hatten wir in weiser Voraussicht ein Hotel gebucht welches nur 50 km von der Grenze entfernt lag und kamen erschöpft durch die lange Wartezeit dort an.

 

Noch schnell ein Abendessen: obwohl wir kyrillisch lesen können war es natürlich eine Herausforderung, wenn man dann trotzdem die Bedeutung der Wörter nicht kennt – aber es klappte doch mit zwei leckeren Gerichten.

 


Schöne schreckliche Straßen - Der Svaneti Loop von Mestia über Ushguli nach Sasaschi

 

The Michaels, Offroad, Svanetiloop, von Ushgui nach Mestia, Camping in Georgien

05.07.2018 von Meiky:

 

Der Svaneti Loop von Mestia über Ushguli nach Sasaschi  umfasst genau 95 Kilometer. Wir benötigten für die gesamte Distanz 5 ½ Stunden (reine Fahrzeit, Mitte Juni, ohne Pausen).

 

Wir hörten im Vorfeld viele Geschichten über den Svaneti Loop: Er sei quasi unpassierbar, eine echte Herausforderung, umfasse zwei hohe Pässe bis 2900 Meter über NN, Furten mit hohem Wasser, wackelige Brücken, etc.

Kurz gesagt: alle oben genannten Punkte haben wir nicht feststellen können. Anspruchsvoll bleibt der Loop jedoch trotzdem, da es sich im Grunde um einen schlechten Feldweg handelt mit abwechselnd steinigen und matschigen Passagen.

Nachdem es die ganze Nacht durchgeregnet hatte und am Morgen immer noch regnete machten wir uns von Mestia aus trotzdem mal auf den Weg nach Ushguli um dort zu entscheiden, ob wir den Loop fahren oder umkehren. Da wir Ushguli mit seinen Wehrtürmen ohnehin besichtigen wollten, war dies ein guter Plan.

 

 Von Mestia nach Ushguli sind es 46 Kilometer. Die ersten 25 Kilometer sind asphaltiert und man kommt sehr schnell voran, danach allerdings nur noch mit Fahrzeugen mit hoher Bodenfreiheit. Allrad ist nicht zwingend erforderlich, aber definitiv ratsam. Bis Ushguli benötigten wir 1 ¾ Stunden (reine Fahrzeit, ohne Fotostops). In Ushugli angekommen wurde das Wetter besser und die Sonne kam heraus. Auch die Locals sagten uns, dass der Loop fahrbar sei und so entschieden wir uns weiter zu fahren. Ab Ushguli fuhren wir die gesamte Strecke in der Untersetzung. Man muss aber sagen, dass Meiky mit der Untersetzung immer sehr schnell zur Stelle ist. Er mag den dritten Gang in der Untersetzung, da dieser sehr elastisch ist und so haben wir das Gefühl der Landy tut sich dann auch etwas leichter. Ab Ushguli geht es weiter hinauf zum einzigen Pass auf ca. 2600 Metern. Bis zu diesem Pass war die Piste gut befahrbar, aber danach wurde es deutlich schlechter. Matschiger Untergrund, grobes, loses Gestein und tiefe Auswaschungen wechselten sich ab. Viele lange Passagen mussten wir in der Untersetzung im ersten Gang fahren.

The Michaels, Mit dem Auto nach Georgien, individuell Reisen in Georgien

Laut der App „iOverlander“ muss man bei folgenden Koordinaten (N42.81203 / E043.11217) einen Fluß durchqueren. Für uns ist ein kleiner Bach der die Straße kreuzt und die Felgen benetzt nicht wirklich eine Furt und auch eine Brücke, wie in neueren Posts beschrieben, gibt es dort nicht. Aber bei sehr starken Regenfällen kann aus dem Bach bestimmt ein reißender Strom werden, der an dieser Stelle die Piste wegspülen könnte. Darum ist es ratsam vor der Fahrt die Einheimischen zu fragen, in welchem Zustand die Strecke zurzeit ist. Der Svaneti Loop ist wirklich wunderschön, mit tollen Panorama, blühenden Wiesen und einer Vielzahl an Schmetterlingen. Da es auch kein Dorf auf der Strecke gibt ist man vollkommen alleine. Außer zwei Radfahrern kam uns auch niemand entgegen.  -  Ab Sasaschi ist die Straße wieder asphaltiert!

 

Fazit:

Wenn man sich viel Zeit lässt und langsam und bedacht fährt, kommt man ohne Probleme auch sehr fahrzeugschonend am Ziel an. Mit Motorädern und mit dem Fahrrad ist der Weg ebenfalls gut befahrbar. Bei LKW´s sind wir uns nicht sicher, da wir noch nie einen gefahren sind. Meiky saß nur einmal in einem Mercedes 1017 und zwischen sitzen oder fahren ist es doch noch ein Unterschied. Wir schätzen mit einem 7,5 Tonner ist es möglich, aber bei einem 12 Toner würde es schon haarig werden, da die Strecke nur aus einem schmalen Feldweg besteht und die Äste manchmal sehr tief hängen. Noch dazu gibt es zwei enge Spitzkehren. Felsüberhänge gibt es keine.

 

Unser Tipp: Vormittags gemütlich von Mestia nach Ushguli fahren, so dass man den ganzen Nachmittag die Umgebung erkunden kann. Man könnte sich dann in der Nähe von Ushguli ein gerades Plätzchen zum Schlafen suchen. Am nächsten morgen früh aufbrechen, so dass man sich den ganzen Tag für die Strecke zeitlassen kann. Pausen sind mitten dem auf dem Weg möglich da kaum jemand die Strecke fährt. Ohne Allradfahrzeug würden wir die Strecke nicht empfehlen!!bernachtungen: bei Kilometer 80 ist hier: N42.79963 / E043.09091 neben dem Fluss ein sehr flaches grasiges Areal auf dem es zahlreiche Plätze für Fahrzeuge, LKW´s, Motorräder und Zelte gibt.


 

Georgien: Schöne schreckliche Straßen - von Achalziche nach Batumi

 

Mietwagenrundreise in Georgien, The Michaels, Georgien Individuell

29.06.2018 von Meiky:

 

Man kann sagen, dass die Straßen in Georgien nicht zu den besten zählen. Auch die beiden Bergpässe, die wir fuhren bestanden nur aus mehr oder weniger schlechten Schotter. Im Winter sind die Pässe nicht geräumt und auch nicht befahrbar, was sich zum Teil bis Mitte Juni hinziehen kann. Desweitern kann es bei manchen Abschnitten nach langanhaltend starkem Regen zu unpassierbaren Auswaschungen kommen. Im schlimmsten Fall ist die Piste durch Erdrutsche ganz verschwunden. Für uns hat es den Anschein erweckt, dass die Bergstraßen im Sommer immer befahrbar sind und bei Bedarf ausgebessert werden, aber eben nur so, dass sie einigermaßen befahrbar sind. Die Route „1“ oder „1“ von Achalziche nach Khulo umfasst genau 80 Kilometer. Für diese Distanz benötigten wir 3 ½ Stunden (reine Fahrzeit, Mitte Juni, ohne Pausen).

 

Die ersten 30  bis 35 Kilometer sind sehr gut asphaltiert und kurzzeitig Geschwindigkeiten bis 80 Kilometer pro Stunden gefahrlos möglich. Die Straße endet allerdings abrupt in einer Schotterpiste. Die ersten 2-3 Kilometer zu den nächsten Dörfern können noch mit einem normalen PKW befahren werden. Danach wird es deutlich welliger und steiniger, so dass man hohe Bodenfreiheit benötigt. Wir sahen hier auch nur noch Allradfahrzeuge und keine Locals in einem Peugeot 205, wie uns vor Antritt der Fahrt gesagt wurde. Bis zum Pass auf 2025 Metern ist die Strecke nicht sehr steil und es gibt nur wenige Spitzkehren. Wir fuhren in der Untersetzung im dritten Gang und mussten nur selten in den zweiten Gang wechseln, so dass man eigentlich recht konstant mit 10 bis 15 km/h den Pass hinauf kommt.

Nach dem Pass kommen die Einheimischen wieder mit 2WD Fahrzeugen und Minibussen entgegen, die Piste wird etwas besser, aber man kann trotzdem nicht schneller fahren. Die Geschwindigkeit von 10  bis 15 km/h blieb also gleich. Erst ab weiteren 10 Kilometern wird die Strecke dann langsam besser und besser, so dass wir ohne Untersetzung fahren konnten und dann auch zügiger vorankamen. Ab Kuhlo ist die Straße bis nach Batumi wieder asphaltiert.

 

Übernachtungsmöglichkeit: Nach dem Pass bei ca. Kilometer 58 (N41.64451 / E042.49026) sieht man eine sehr große flache Wiese in deren Mitte sich ein kleiner Pfad befindet. Folgt man diesem bis zum Ende der Wiese, fährt nochmal 30 Meter weiter abwärts zu einem weiteren kleineren Plateau (N41.64178 / E042.48757). Dort ist es absolut ruhig und versteckt von der Piste. Übernachtet man dort, kann man den anspruchsvolleren Abschnitt der Strecke auf zwei Tage aufteilen. Die Wiese ist ideal für schwere LKW´s, Motorräder und Zelte.

 

Fazit: Die Strecke ist wirklich schön und sehenswert und somit eine tolle Alternative um nach Batumi zu gelangen. Wenn man sich viel Zeit lässt, langsam und bedacht fährt, kommt man ohne Probleme auch sehr fahrzeugschonend über den Pass. Die Piste ist auch mit LKW´s gut befahrbar. Es gibt keine überhängen Felsen oder Äste, keine engen Spitzkehren und die Piste ist auch so breit, dass immer zwei LKW´s nebeneinander durchkommen würden. Für die Strecke bis zum Pass benötigt man zwingend eine hohe Bodenfreiheit, Allrad ist bei Trockenheit nicht notwendig. Bei Nässe können aber einige Abschnitte schlammig werden.


 

 Georgien: Schotter, Schlaglöcher, Subtropen und Kühe

 

27.06.2018 von Meiky:

 

Unsere Theorie, dass kleine Grenzen doch besser sind als große, hat sich mal wieder bewahrheitet. Am Grenzübergang bei Öncül am Karzachi See ging das Aus- und Einreiseprocedere sehr schnell und wir waren bis auf einen LKW Fahrer die einzigen Grenzgänger dort. Nachdem wir den Ausreisestempel für die Türkei erhalten hatten, wurden wir bei den Zollkontrollen der Türkei nur durchgewunken und das Fahrzeug wurde dann ebenfalls schnell aus dem Pass ausgetragen. 100 Meter weiter bei der georgischen Grenze ging es auch ganz fix: Stempel in den Pass bekommen, 15 Minuten Auto von innen angeschaut, inklusive Geruchsproben aller Gewürze, Versicherung gekauft, Geld gewechselt (zum guten tagesaktuellen Kurs ohne Gebühren) und nach 30 Minuten ging die Reise auch schon wieder weiter!!

 

Sofort haben uns die schlechten Straßen eingeholt, so dass der Landy gleich mal kurz mit allen vier Rädern abhob.  Für die 25 Kilometer zu unserem ersten Ziel, die Höhlen von Vardiza hatten wir dann eine geschlagene Stunde gebraucht. Dort angekommen trafen wir auch mal wieder andere Overlander aus Konstanz, die in Georgien unterwegs sind um einen Reiseführer zu schreiben. Auch zwei Radler aus Deutschland schlugen ihr Zelt dort auf. Wir blieben, wie die beiden Pärchen auch, die Nacht über auf dem Parkplatz vor der Sehenswürdigkeit und schauten sie uns am nächsten Tag an.

Unser weiterer Weg führte uns von Achalzike den direkten Weg über die Berge nach Batumi. Die Straßen waren sehr spannend: Teer (mal mit und mal ohne Schlaglöcher) wechselte sich mit Schotter ab (auch dieser meist mit Schlaglöchern). Aber sie führten uns weiter hinauf, hinaus aus der Hitze und rein in die Einsamkeit einer schönen Bergwiese, wo wir eine Nacht verbrachten. Je näher wir Batumi kamen desto heißer wurde es wieder. Das feuchte subtropische Klima trug seinen Teil dazu bei. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir beide gar nicht wussten, dass es in Georgien subtropische Gebiete gibt…

 

Batumi selbst war ebenfalls spannend und die Einfallstraße, die wir gekommen waren erinnerte uns ein bisschen an Sri Lanka: heiß, Kühe überall, eine für uns ähnlich aussehende Schrift, wuselnde Menschen usw. Die Innenstadt war auch ganz anders als jede Stadt, die man bisher so im Leben gesehen hatte. Wir mieteten uns einen dreirädrigen Elektroroller und düsten das Batumiboulevard am schwarzen Meer auf und ab und machten uns danach auf, den Svaneti Loop zu fahren - eine Straße, die über Mestia nach Kutaisi führt und nicht immer befahrbar ist.

The Michaels, Tiere in Georgien, Michaela Schwarz

In der Nähe von Mestia fanden wir ein angenehm kühles Plätzchen im Wald, wo wir drei Nächte eine Pause einlegten. Ab und zu besuchten uns frei laufende Pferde oder Kühe. Die Kühe sind sehr scheu und laufen gleich weg, wenn man in ihre Nähe kommt. Ein Kälbchen allerdings ließ uns nicht mehr in Ruhe und wurde immer übermutiger. Es blieb so lange bei uns, bis seine Herde weitergezogen war und es jämmerlich muhte. Wir befürchteten schon eine „Travel cow“ gefunden zu haben. Aber es fand letztendlich doch zur Herde zurück und besuchte uns im Laufe des Tages immer mal wieder. Wir haben das „Kaiberl“ liebevoll „Schnaubi“ genannt.

 

Obwohl es die ganze Nacht durch regnete sind wir nach Ushguli aufgebrochen. Ushguli ist bekannt für seine mittelalterlichen Türme, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören.  Als wir ankamen und uns die Umgebung anschauten wurde das Wetter besser und wir haben uns dazu entschlossen nicht denselben Weg wieder zurück zu fahren, sondern folgten dem Svaneti Loop weiter in die Berge Richtung Kutaisi , streng nach dem Motto, man könnte ja umkehren falls die Strecke wirklich so schwer zu befahren wäre. (Auch hierzu hat Meiky im Blog für alle Offroad Fans die Strecke ausführlicher beschrieben). Auf alle Fälle war sie die Schönste der schrecklichen Straßen in Georgien.

The Michaels, Höhlen in Georgien, Georgien im Norden

In der Umgebung von Kutaisi schauten wir uns Klöster, die Prometheus-, sowie die Stapliahöhle mit versteinerten Dinosaurierfußspuren an. Auch die 40 kilometerlange Stichstraße zum Oktase Canyon  legten wir zurück, um leider dort am nächsten Morgen festzustellen,  dass die in den Canyon gebauten Stege bei Regen gesperrt sind. Die Wetteraussichten in dieser Region waren auch für die darauffolgenden Tage schlecht, darum haben wir uns mit langen Gesichtern wieder von dort entfernt. Wir wollten weiter nach Borjomi, um uns die Heilquellen anzusehen, waren aber echt schwer enttäuscht. Wenn wir gewusst  hätten, dass es sich bei der Stadt um eine Art touristischen Freizeitpark handelt, wären wir erst gar nicht dorthin gefahren, sondern gleich direkt nach Tiflis. Dazu kam noch ein Hagelkanonengewitter (zusätzlich zum „normalen“ Gewitter), direkt neben unserem Übernachtungsplatz, so dass wir kurzzeitig dachten es sei ein Krieg ausgebrochen.   

 

In Tiflis war es bei 38°C zu heiß um drei Nächte und Tage auf einem Parkplatz zu verbringen. Also nisteten wir uns in ein kleines Hotel mit sicherem Parkplatz ein. Sehr nett war die Dame am Empfang, die während dem checkin meinte das Hotel würde auch gratis Wäsche waschen. Meiky´s Kommentar war: „Bist Du sicher? Du wirst nicht glücklich mit uns!!!“ und als Meiky aus dem Landy unseren bereits gepackten randvollen Seesack mit Wäsche holte sah sie ein bisschen so aus, als würde sie am liebsten den letzten genannten Satz wieder revidieren, musst dann aber lachen und nahm unsere Wäsche entgegen.

 

Nach unserem Besuch der Hauptstadt machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Westen in die Weinregion, fanden es dort aber weniger spektakulär (liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir keine Weintrinker sind). Bevor es dann nach Armenien ging verbrachten wir eine weitere Nacht, mal wieder bei starkem Gewitter, ca. 20 Kilometer vor der Grenze auf einem Berg. Nachts mussten wir leider auf Grund des starken Gewitters umziehen, da wir uns auf dem höchsten Punkt der Gegend befunden hatten.

 

Nachdem wir wieder über Georgien nach Russland einreisen, werden wir in unseren zweiten Teil von Georgien über die Heerstraße in den Norden berichten.



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