Zimbabwe – Geil, mehr Löwen als Elefanten

27.05.2022 von Meiky

Weitere 300 Kilometer westlich von Masvingo, gelangten wir nach Bulawayo. Es ist die zweit größte Stadt des Landes, mit einigen Kolonialhäusern und einem Eisenbahnmuseum mit dem Zugabteil von Cecil Rhodes. Rund um Bulawayo gibt es einiges zu entdecken. Die Khami Ruinen sind nur 5 Kilometer entfernt und aus derselben Epoche wie Great Zimbabwe, weniger spektakulär, aber auf alle Fälle sehr sehenswert. Man kann am Fuße der Ruinen auf dem Picknickplatz übernachten.

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Zimbabwe – Haut echt einen raus!

21.05.2022 von Meiky

Zimbabwe ist bis jetzt unser Lieblingsland in Afrika. Obwohl das Land wirtschaftlich durch die Regierung wahnsinnig geschwächt ist, geht die Bevölkerung sehr stark damit um: Sie sind sehr freundlich, hilfsbereit und gastfreundlich. In einem Ausmaß, wie bis jetzt noch in keinem anderen Afrikanischen Land. Wir fühlen uns in dem Land sehr willkommen. Wir haben Spaß mit den Einheimischen und es wird viel geredet und diskutiert. Desweitern hat Zimbabwe eine Hochkultur aus längst vergangener Zeit, auf die die Leute sehr stolz sind.

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Zimbabwe – Geil, mehr Löwen als Elefanten

 

27.05.2022 von Meiky

Weitere 300 Kilometer westlich von Masvingo, gelangten wir nach Bulawayo. Es ist die zweit größte Stadt des Landes, mit einigen Kolonialhäusern und einem Eisenbahnmuseum mit dem Zugabteil von Cecil Rhodes. Rund um Bulawayo gibt es einiges zu entdecken. Die Khami Ruinen sind nur 5 Kilometer entfernt und aus derselben Epoche wie Great Zimbabwe, weniger spektakulär, aber auf alle Fälle sehr sehenswert. Man kann am Fuße der Ruinen auf dem Picknickplatz übernachten.

Unweit entfernt von Bulawayo gelangt man zu einer kleinen Kapelle namens Cyrene. Eine kleine Missionskapelle mit zahlreichen bunten Malereien, innerhalb und auch außerhalb der Kapelle.

50 Kilometer unterhalb von Bulawayo erstreckt sich der Matopo Nationalpark. Es soll dort sogar Leoparden und Nashörner geben. Die Nacht verbrachten wir vor dem Nationalpark auf der Campsite „Worlds View“, mit spektakulärer Aussicht und mit eigener Konzession, einschließlich Wanderwegen auf denen man Zebras, Impalas und Giraffen begegnet und ihnen sehr nahe kommt.

Einer Einladung folgend, noch aus Mosambik, waren wir morgens noch schnell in der Amalinda Lodge bevor es in den Nationalpark ging. Wir besichtigten die Luxus Lodge mit wunderschönen Häuschen, die in den Felsen eingebettet sind. Die Nacht kostet nur € 2500,-- natürlich pro Person zzgl. Gamedrive. Aber immerhin gab es für uns Frühstück.

Beim Matopos Nationalpark entschieden wir uns für den südlichen Eingang, um durch den Park wieder nach Bulawayo zu gelangen. Durch die starken Regenfälle, nicht nur der letzten Tage, sondern Monate, waren die Wege zum Teil in katastrophalem Zustand. Wir kamen nur sehr langsam in der Untersetzung, voran. Die Piste war zum Teil so zugewachsen, dass man sie kaum erkennen konnte. Links und rechts waren die Gräser drei Meter hoch, an Tier Sichtungen war nicht zu denken, da wir eher die anspruchsvolle Strecke, die der Regen übrig gelassen hat, voll im Blick haben mussten.

Viecher sahen wir kaum, aber die Matopoberge mit ihren balancierenden Gesteinsformationen waren einzigartig und in den Höhlen haben die San vor 2000 Jahren Felszeichnungen hinterlassen. Auf dem Berg mit dem Namen „View of the Worlds“, wo auch Cecil Rhodes begraben liegt, konnte man den ganzen Park überblicken Für die Shona sind die Hügel heilig und eine Kultstätte.

Am nördlichen Eingangstor fragten wir die Ranger, wo denn die Nasshörner wären. Man teilte uns mit, dass man für 10,- USD eine Walking Safari machen könnte. Dafür müssten wir nur die zwei Herren von der Anti Poaching Unit, außerhalb des Parks fragen. Gesagt getan, zwei bewaffnete Männer erwarteten uns ein paar Kilometer entfernt. Micha musste nach hinten und neben mir nahm der Ranger mit seinem Maschinengewehr Platz. Wir fuhren quer Feld ein, wieder Richtung Park. Bei der schaukligen Fahrt war ich ganz froh darüber, dass er das randvolle Magazin entfernte und in der anderen Hand festhielt. Ein Einschussloch im Dach können wir nun wirklich nicht gebrauchen. Nach nur 10 Minuten stellten wir das Auto ab und gingen zu Fuß weiter. Es stellte sich heraus, dass die beiden Herrschaften eine ausgebüchste Rhinofamilie bewacht und daher ziemlich genau wissen, wo sie sich befinden. So hat es nur fünf Minuten gedauert, bis wir sie entdeckten, zwei große Rhinos und ein 5 Monate altes Rhinobaby. Es versteckte sich häufig hinter der Mutter oder im hohen Gras, so dass man oft nur die Ohren sehen konnte. Aber manchmal kam es aus der Deckung, so dass wir es fotografieren konnten. Die meiste Zeit saßen wir aber ebenfalls im hohen Gras und bewunderten die riesigen Viecher, zum Teil nur zehn Meter entfernt. Eine tolle und einzigartige Erfahrung. Es ist nochmal ganz was anderes, die Wildtiere zu Fuß zu bewundern, als im sicheren Auto.

Die Big Five soll es auch im Huange Nationalpark geben. Die erste Nacht blieben wir vor dem Park im Tusker Camp. Den Huange Park nutzen wir wieder als Transit, um innerhalb des Parks zwei Tage nach Viktoria Falls zu kommen. Die Streckenverhältnisse waren etwas besser, aber die Tierausbeute war ähnlich wie im Matopo NP, enttäuschend. Nach der Regenzeit lohnen sich keine Safaris. Die Wildtiere verteilen sich tief im Landesinneren, da es viele Wasserstellen und genügend Futter gibt.

Am fast westlichsten Punkt des Landes sind die Viktoriafälle, die wir ansteuerten, nur etwa 80 Kilometer von Kasane in Botswana entfernt, wo wir schon waren. Damals beschlossen wir, nicht die Viktoriafälle zu besichtigen, da im Oktober die trockenste Jahreszeit ist und die Viktoriafälle nur kleine Rinnsale sind. Ganz anders war es jetzt. Nach der Regenzeit steigt der Zambesi stark an und 10.000 m³ Wasser donnern über die 1700 Meter lange Fallkante bis zu 110 Meter in eine nur 50 Meter breite Schlucht. Die Einheimischen nennen den Wasserfall Mosi-oa-Tunya, also donnernder Rauch. Über Kilometer ist er zu hören und zu sehen. Teilweise entwickelte sich so eine Gicht, dass man die gegenüberliegende Seite gar nicht mehr sehen konnte und innerhalb von zwei Sekunden klatsch nass war. Natürlich waren wir mit Regencape und wasserdichter Tasche gut ausgerüstet. Fotos konnten wir dann aber nicht machen. Gesundheitlich waren wir beide gerade leider nicht so fit, also haben wir auf den White Water Trip am Zambesi verzichtet.

Der Ort Viktoria Falls war wieder sehr touristisch. Aber schon zur Kolonialzeit gab es dort riesige Hotels. Jetzt möchte man auch noch einen Vergnügungspark an den Wasserfällen errichten. Wir blieben zwei Tage vor Ort und feierten Michas Geburtstag. Morgens um acht starteten wir mit einem 15 Minütigen Helikopterflug über die Viktoria Fälle. Helikopterflüge sind zwar nicht ganz günstig, lohnen sich aber immer und sind ein unvergessliches Erlebnis. Nach der Besichtigung der Wasserfälle ging es am Nachmittag in das in Zeiten der Kolonialzeit, 1904 errichtete Viktoria Falls Hotel. Hier ist die Zeit des Kolonialismus stehengeblieben. Von der Terrasse hat man einen dramatischen Blick über die zweite Schlucht und auf die Viktoria Falls Grenzbrücke. Stilecht, pünktlich um 15.00 Uhr gibt es traditionell „High Tea“ auf der Stanley Terrasse. Man kann sich aus einer riesigen Auswahl einen Tee bestellen sowie einen dreistöckigen Teller mit Gebäck, Scones, Sandwiches, etc. Zu guter Letzt waren wir zum Abendessen in der örtlichen Brauerei, The River Brewing Company.

 

Wie bei den Iguazu- oder Niagarafällen bilden die Wasserfälle eine Grenze zum Nachbarland. Wenn man schon mal da ist, muss man auch beide Seiten gesehen haben. Nach Michas Geburtstagswochenende ging es darum für uns über die Grenze nach Sambia. Keine 100 Meter weiter ist auch schon der Parkplatz, um sich die Fälle von der Sambia-Seite anzuschauen. Hier wird man noch nässer. Von Livingstone ging es für uns innerhalb von zwei Tagen wieder nach Zimbabwe zu den Mana Pools. Nachdem man keine lästigen und teuren PCR-Tests mehr benötigt, kann man wieder zwischen den Ländern einfacher und schneller hin und her reisen. Nachdem wir auch schon das double entry Visa hatten und alle Gebühren für das Auto an der ersten Grenze am Mount Selinda bezahlt hatten, ging der Grenzübergang ebenfalls wieder schnell.

Die Mana Pools sind ebenfalls Weltkulturerbe und besitzen die Größe des Saarl., also 2500 kmq. Die Mana Pool beheimaten eine Vielzahl an Wildtieren und Vögeln, komischerweise gibt es dort aber keine Giraffen und die 500 Nashörner, die es bei Einrichtung des Parks noch gab, wurden längst abgeknallt oder zum Schutz vor Wilderern in kleinere Nationalparks umgesiedelt.

Auch hier wandern die Tiere zu Beginn der Regenzeit 70 Kilometer tief ins Hinterland, in die Berge, die die natürliche Grenze der Mana Pools bilden. Hier gibt es ausreichend saftige Wiesen, junge Triebe und genügend Wasserlöcher. Mit Beginn der Trockenzeit und wenn ab Juni/Juli die Nächte kalt werden, somit die Bäume ihre Blätter verlieren, wandern die Tiere wieder Richtung Norden zum Zambesi, wo sie sich ab Oktober wieder alle vereint treffen. Wir erhofften uns, wie im Okavango Delta, wieder auf zahlreiche Elefanten am Fluss anzutreffen. Allerdings war das wegen der gerade beschrieben Tierwanderung nicht der Fall. Dafür sahen wir das erste Mal mehr Löwen als Elefanten. In Zimbabwe sind, wie in Botswana und Sambia auch, die Campingplätze nicht eingezäunt und man darf überall aus dem Auto aussteigen. Also packten wir unsere Campingstühle aus und beobachten einige Stunden die Löwen auf der anderen Seite einer kleinen Schlucht, aber immer mit einem Blick nach hinten. Man ist schließlich mitten in der Wildnis. Bei einem nächtlichen Gang zum Toilettenwald traf ich auf dem Rückweg eine Hyäne an. Zum Glück hat sie sich vor mir mehr erschreckt und verschwand sofort im Unterholz. Im Vergleich zu den Mana Pools ist der Krüger Park, mit seinen zahleichen Tieren und dem starkem Tourismus, eigentlich schon fast ein Zoo. Die Mana Pools hingegen sind sehr einsam und wild. Wenn man Tiere sichtet hat man sie für sich alleine und es endet nicht gleich in einem Verkehrschaos. Leider haben wir, wie auch in Südamerika im Pantanal, eine defekte Antriebswelle zu beklagen, die ich an Ort und Stelle ausbauen musste, um Folgeschäden zu vermeiden. Mit Heckantrieb ging es weiter durch die Mana Pools. Erstaunlich gut, da die Wege nicht matschig waren. Wir mussten nur einmal die Schaufel auspacken, um auf der anderen Seite eines Flusses den Gegenhang wieder hinauf zu kommen.

Fun Fact aus Zimbabwe: In den Manas Pools durfte man früher wandern gehen. Allerdings kam es zu zahlreichen, schrecklichen Unfällen mit Wildtieren. Nun darf man nur noch wandern gehen, wenn man ein Permit für 10,- USD kauft. Anscheinend wissen die Wildtiere, dass Touristen mit Wandergenehmigung nicht gefressen werden dürfen!

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Zimbabwe – Haut echt einen raus!

21.05.2022 von Meiky

Zimbabwe ist bis jetzt unser Lieblingsland in Afrika. Obwohl das Land wirtschaftlich durch die Regierung wahnsinnig geschwächt ist, geht die Bevölkerung sehr stark damit um: Sie sind sehr freundlich, hilfsbereit und gastfreundlich. In einem Ausmaß, wie bis jetzt noch in keinem anderen Afrikanischen Land. Wir fühlen uns in dem Land sehr willkommen. Wir haben Spaß mit den  Einheimischen und es wird viel geredet und diskutiert. Desweitern hat Zimbabwe eine Hochkultur aus längst vergangener Zeit, auf die die Leute sehr stolz sind. Landschaftlich ist Zimbabwe ebenfalls deutlich interessanter als die bisher besuchten Länder. Im Osten gibt es Teeplantagen und einen Urwald, übrigens der südlichste in Afrika. Teilweise ist das Land hügelig mit spannenden Felsformationen. Die Nationalparks Matopo, Huange und Mana Pools bieten zudem ein vielseitiges Tierreich, allerdings nicht wirklich nach der Regenzeit.

1979 hieß das Land noch Südrhodesien. Nordrhodesien wurde im Oktober 1964 zu Sambia und damit unabhängig. Nach Konflikten, Bürger- und Guerillakriegen sowie einer Übergangsregierung wurde Robert Mugabe im Februar 1980 Staatschef von Zimbabwe. In den 90er wurde das Land von Mugabe diktatorisch regiert. Die versprochene Landreform nach dem Ende der weißen Herrschaft, wurde erst zwanzig Jahre später durchgesetzt und es begann die Landumverteilung. 1% der Weißen, besaßen mehr als 70% des bewirtschafteten Landes. Die Ländereien wurden mit aller Gewalt und Willkür enteignet und sollten an 300.000 Kleinbauern übergehen. Eine versprochene Entschädigung an die Betroffenen wurde nie bezahlt Die weißen Bauern flüchteten oder wurden vertrieben, Höfe, Vieh und Maschinen geplündert. Zum Teil gingen Höfe an die Regierungschefs, die jedoch kein Interesse an der Bewirtschaftung des Farmlandes zeigten. Was für eine Verschwendung! Dazu kam eine Dürreperiode und die einstige Kornkammer Afrikas versiegte. Hungersnot, Unterernährung und Arbeitslosigkeit war die Folge. Die Wirtschaft brach zusammen und die Inflation überrollte Zimbabwe: Lebensmittel müssen jetzt teuer importiert werden.

1980 wurde der Zimbabwe Dollar eingeführt. Ab dem Jahr 2000 war die Inflation bereits bei 50%. Im Juli 2008 waren es dann 230Mio.%. Geldscheine wurden mit 1014 Nullen gedruckt. Das sind 100.000.000.000.000 Dollar. Ab 2009 setzte man schließlich die einheimische Währung aus. Gehandelt wurde nur noch mit dem US Dollar. Im Jahr 2016 startet die Regierung dann den größten Clou den ich kenne, (wahrscheinlich in Millionenhöhe). Die einheimische Währung wurde gänzlich abgeschafft und die Regierung behielt den harten US Dollar ein. Sie händigte sodann Schuldscheine aus. Diese waren aber nach kurzer Zeit nichts mehr wert. Alles auf Kosten der eigenen Bevölkerung, die ohnehin schon geschwächt war, stopften sich die „Top Ten“ die Taschen voll. Das alles vollkommen „legal“ und straffrei. Im Juni 2019 wurde der Simbabwe Dollar, auch Bond genannt, wieder 1:1 an den US Dollar angelehnt und eingeführt. Fremdwährungen wurden im Land verboten. Keine drei Jahre später liegt der Schwarzmarkt kurz bei 1:300. Mit dem Bond werden nur kleine Beträge bezahlt, die nächste Inflation rückt schon wieder an.

Diese und andere/ähnliche Missstände sind in fast jedem Land Afrikas zu finden. Ein Beispiel: Bodenschätze, die nicht selbst abgebaut und gehandelt werden, verkaufen Regierungen, für sich selbst gewinnbringend, an ausländische Firmen. In Zimbabwe gelangt ein Großteil des abgebauten Goldes auf illegalem Wege ins Ausland. 2004 wurden noch 17 Tonnen Gold abgebaut, 2013 war es noch nicht einmal mehr 1 Tonne.

Zimbabwe ist für mich ein ganz deutliches Beispiel dafür, dass viele Regierung mit richtig viel Anlauf, die Karre sowas von gegen die Wand fahren. Aber richtig Vollgas! In dieser Regierung steckt so viel Wirtschaftskriminalität, dass man schon studiert haben muss, wie man das schafft, sein eigenes Land so auszubeuten. Würde man in die Regierung einen Deppen setzten, der keine Ahnung hat, würde es dem Land vermutlich besser gehen. Ich bewundere wie stark dieses Volk mit den Missständen umgeht ohne die Lebensfreude zu verlieren. Leider spürt man aber auch viel Resignation, wahrscheinlich kommt es auch darum nicht zu Unruhen.

An den Grenzen zu Botswana und Sambia gibt es so genannte KAZA (Kazungula-Zambesi) Univisa. Diese sind nur 30 Tage gültig und an manchen Grenzen ungültig. Daher entschieden wir uns für ein double entry Visum für Zimbabwe und ein multiple entry Visum für Sambia. Wir gehen stark davon aus, dass sich die KAZA Visa in der Zukunft vor Ort um weitere 30 Tage einfach verlängern lassen und sie an weiteren Grenzen gültig sein werden und ausgestellt werden können. Bei uns war es an der Grenze am Mount Selinda gar nicht verfügbar. Das Bereisen der Länder Zimbabwe, Sambia und Botswana soll somit erleichtert und günstiger werden.

 

Wir tauschten in Zimbabwe auf dem Schwarzmarkt 100,-- USD zu einem Kurs von 1:270. Im Nachhinein wäre es nicht notwendig gewesen, da alles mit USD gezahlt werden kann. Kraftstoff an der Tankstelle kann sogar ausschließlich in bar in USD bezahlt werden. Die einheimische Währung „Bond“ benötigt man eigentlich gar nicht. Fünf Tage nach dem wir gewechselt hatten, lag der Kurs schon bei 1:320. Wenn man Bond hat ist der beste Rat es gleich auszugeben. Am nächsten Tag ist es schon weniger Wert. Wir würden auf dem Schwarzmarkt nicht mehr wechseln und wir haben uns schwer getan die Bond schnell wieder los zu werden. Am besten nimmt man nach Zimbabwe, für die ersten Tage zur Überbrückung, genügend US Dollar mit, bis man eine Bank findet, die auch US Dollar auszahlt. Auf Zahlungen mit Kreditkarte oder sogar Bond am Automaten abheben, sollte man verzichten, der Währungsverlust liegt dann bei 50% also 1:150.

Große Grenzen, großes Chaos, kleine Grenzen, gar kein Chaos. Das trifft auch bei der Einreise nach Zimbabwe zu. Einen Tag vor der Einreise nach Zimbabwe entschieden wir uns, eine kleine Grenze zwischen Mozambik und Zimbabwe anzusteuern. Seit einiger Zeit sind wieder alle Grenzen offen und PCR-Tests nicht mehr notwendig, dafür ein Impfzertifikat mit einer vollständigen Impfung. Vollständig heißt in Afrika, zwei Impfungen.

 

In nur einer Stunde war alles erledigt und wir hatten ein zweifaches Einreisevisum im Pass kleben. Das Carnet wurde mal wieder falsch gestempelt, obwohl man daneben steht, es dreimal erklärt und mit dem Finger drauf zeigt. Aber der nette Herr Zollbeamte, weiß ja alles besser und der weiße Europäer ist ja dumm. Ich wurde ziemlich laut, nicht weil er falsch gestempelt hat, sondern weil er nicht zuhörte und ihm alles egal war. Leider manchmal so typisch für Afrika. Viele kennen häufig nur „ICH“ und der Rest ist egal, das war´s (Wundert mich aber nicht, da dieses Verhalten auch seitens der Regierung vorgelebt wird). Er hat es dann dennoch eingesehen, dass er Scheiße gebaut hat und sich vielmals entschuldigt.

Wir erreichten im Regen und Nebel Zimbabwe, am Mount Selinda. Hier gibt es Teeplantagen und den südlichsten Urwald Afrikas. Unsere Badelatschen, kurze Hosen und T-Shirts mussten schnell gegen warme Kleidung ausgetauscht werden. Wir waren auf 1200 Metern und es war deutlich kühler. Am nächsten Tag regnete es in Strömen und laut Wetterbericht war keine Besserung für die nächsten Tage in Sicht. Wir entschlossen uns für einen kleinen Spaziergang im Nebelwald, um danach noch weiter zu fahren, um dem Regen zu entkommen. Wir wären gerne ein paar Tage länger geblieben, aber Wanderungen bei Starkregen waren uns zu unangenehm. Leider haben uns der Regen und die kühleren Temperaturen für eine gute Woche begleitet, sogar die Standheizung kam wieder zum Einsatz.

Auf dem Weg nach Masvingo wunderten wir uns über zahlreiche Reisebusse, die am Straßenrand geparkt waren und über eine riesige Menschenansammlung. Dies ließen wir uns nicht entgehen und schauten vorbei um zu sehen, was es damit auf sich hatte. Schließlich sind uns seit über zwei Jahren nicht mehr so viele Menschen auf einem Haufen begegnet. Schnell war klar, dass es eine riesige Osterprozession war. Die letzten 15 Minuten durften wir noch miterleben. Wir waren die einzigen Touristen vor Ort und ein kleiner Junge zeigte uns das Gelände. Beeindruckend war, dass nach der Beendigung der Feier, jeder seinen Stuhl, quer durch das matschige Gelände trug und in einem Haus aufräumte. Ein Verkehrschaos blieb aus, da fast alle Besucher mit dem Bus angereist waren und kaum jemand mit dem eigenen Fahrzeug. Das liegt an den teuren Spritpreisen von etwa € 1,65, was sich kaum noch jemand leisten kann. Der Vorteil für uns, die Straßen sind fast leer.

In Masvingo waren wir Einkaufen und sind über die wahnsinnig hohen Lebensmittelpreise gestolpert. Im Supermarkt kam eine Angestellte auf uns zu und fragte ob sie uns behilflich sein kann, auch außerhalb des Supermarktes. Wir bejahten die Antwort und waren danach kurzer Hand mit ihr beim Geldwechseln und SIM-Karte kaufen. Bei der Registrierung und dem Aufladen des Guthabens war sie uns ebenfalls behilflich. Alles war in 15 Minuten erledigt, einfach super. Wir freuten uns riesig und haben mit Charity immer noch Kontakt. 

Den ersten längeren Halt machten wir in Great Zimbabwe. Wir blieben hier drei Nächte, um den Regen auszusitzen. Irgendwann klarte es dann doch noch auf und wir konnten die beeindruckende Sehenswürdigkeit über drei Stunden ohne Regen anschauen. Die Ruinenstadt war früher die Hauptstadt des Munhumutapa-Reich, das außer dem heutigen Simbabwe auch einige Teile Mosambiks beinhaltete. Die Blütezeit war zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert, mit über 16.000 Einwohnern. Die Stadt teilt sich auf in eine Berg- und eine Talfestung. Lange Zeit blieb die Stadt von den Kolonialmächten unentdeckt. Erst im 16. Jahrhundert entdeckten die Europäer das schon nicht mehr bewohnte Great Zimbabwe und dachten fälschlicherweise, dass so eine Baukunst nur aus Europa oder aus dem Orient kommen könnte. Aber falsch gedacht: Es ist tatsächlich die einzige Hochkultur und der größte, vorkoloniale Steinbau südlich der Sahara. Die zum Teil gigantischen Mauern bestehen aus behauenen Granitblöcken ohne Mörtel Leider gingen auch zu dieser Zeit viele Fundstücke verloren oder wurden geplündert. Desweitern wurden durch die selbst ernannten Hobby Archäologen viele Spuren der Shona-Kultur vernichtet, nur um eine Europäische Herkunft zu beweisen. An der östlichen Einfriedung gab es Acht, etwa 40cm hohe Steinskulpturen aus Speckstein, die den Zimbabwe-Vogel abbilden. 2003 wurde ein Teil der Vögel an Zimbabwe zurückgegeben, die fast 100 Jahre lang in Deutschland waren (Warum die Vögel in Deutschland waren habe ich nicht heraus bekommen). Der andere Teil kam aus Kapstadt zurück, an seinen ursprünglichen Ort. Die Vögel sind Nationales Symbol und zieren die Flagge sowie auch Geldscheine. Mit den Viktoria Fällen ist Great Zimbabwe die zweitwichtigste Sehenswürdigkeit und UNESCO Weltkulturerbe.



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