Tansania - The Great Migration

12.09.2022 von Meiky

Sie war als unsere letzte Safari auf unserer Langzeitreise gedacht: Und dafür aber nochmal richtig!!

Einmal die Serengeti, den Ngorongoro Kater und den weniger bekannten Tarangire Nationalpark mit all ihren Tieren zu sehen, das war unser großes Ziel.

Die Serengeti, eine Savanne, kennt wohl jeder wahrscheinlich aus diversen Dokumentarfilmen. Mit einer Größe von 30.000 km² ist sie eines der komplexesten und am wenigsten gestörten Ökosysteme in Afrika. Hier sind die Tiere noch wirklich wild. Der Kruger Nationalpark in Südafrika ist im Vergleich dazu ein Zoo. Bekannt ist die Serengeti vor allem durch die „Great Migration“: die größte Säugetierwanderung der Welt. Mit etwa 1,3 Millionen Gnus (auch Wildebeest genannt) und 200.000 Zebras ist die Wanderung das ganze Jahr über zu beobachten. Doch die Überquerung des Mara Flusses erfolgt nur einmal im Jahr.

 

Warum wandern die Tiere überhaupt?

Die Tiere folgen der Regenzeit und dem frischen Gras. Während der Regenzeit, in den Wintermonaten Dezember bis Februar, trifft man die Gnus im Süden an. Dort gebären sie etwa 250.00 Kälber, die sich schon, wenige Wochen alt, im Frühjahr auf ihre große Reise begeben. So bewegen sie sich nach der Regenzeit langsam in nordwestliche Richtung. Immer weiter hoch in den Norden der Serengeti. Schließlich sammeln sich die Tiere im Juli und August rund um den Mara Fluss. Nach und nach wagt eine gigantische Anzahl an Gnus die spektakuläre Flussüberquerung in die Massai Mara in Kenia. Auf dem Weg an das andere Ufer, enden sie nicht selten als Krokodilfutter.

Die gesamte Trockenzeit bleiben sie im Norden, und ziehen mit dem ersten Regen im November wieder durch den Osten der Serengeti, um letztendlich wieder im Süden anzukommen, wo sich der Kreislauf ein weiteres Mal schließt.

Wir hatten das Glück und waren im August genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um die atemberaubenden Flussüberquerungen zu beobachten.

Ngorongoro – das Läuten der Kuhglocken

Der Ngorongoro Krater hat einen Durchmesser von etwa 20 Kilometern mit Seitenwänden, die ca. 500 Meter hoch sind. Laut Aussagen unseres Guides stammt der Name vom Geräusch der Kuhglocken. Kühe sahen wir jedoch nur außerhalb des Kraters.

Im Krater selbst findet man ganzjährig Wasser in kleinen Flüssen und Seen. Zum Teil gibt es immergrüne Wälder. So beherbergt das Areal eine gigantische Anzahl von Tierherden, die immer dort anzutreffen sind und sich nicht auf die große Wanderung begeben. Allerdings bewegt sich ein Teil der Gnus, in einer Art Migration, durch den Krater. Auch Nasshörner kann man antreffen. Seitdem wir dort waren sogar einige Tiere mehr. Es wurden nämlich genau an diesem Tag ein paar Tiere ausgewildert. Aus der Ferne beobachteten wir mit Ferngläsern die spannende Aktion. Gesehen haben wir aber nur eines, das sich flink von seinem Käfig entfernte.

 

Den Tarangire Nationalpark gibt es seit 1970. Er ist genauso groß wie das Saarland. Zur Trockenzeit, also im Juli und August, sind viele Tiere im Norden beim Tarangire Fluss anzutreffen, der das ganze Jahr Wasser führt. Nashörner wurden hier alle ausgerottet, aber immerhin hat sich die Elefantenpopulation seit 1980 verdoppelt.

Unsere Safari Erfahrung

Doch nun zu unserer Safari. Wir entschlossen uns für eine geführte Safari, aus den folgenden Gründen:

/ Ausländisch registrierte Fahrzeuge kosten pro Tag € 150,- zzgl. 18% Steuern; einheimische nur € 9,-

/ Möchte man in den Ngorongoro Krater, werden nochmal € 295,- zzgl. 18% Steuern fällig

/ Die Straßen sind in miserablem Zustand; meist brettharte Wellblechpisten, die das Auto ruinieren

/ Die Distanzen sind zum Teil sehr lang

/ Ein erfahrener Guide kennt sich aus und steht in Kontakt mit den anderen Fahrern (um von möglichen Tiersichtungen zu erfahren)

/ Außerdem ist es auch mal schön, gefahren zu werden.

 

Die Preise sind also mehr als gesalzen und man muss sich die Frage stellen, wer davon überhaupt was abbekommt. Ich habe den Eindruck, dass die Massai, denen der Ngorongoro Krater ein spiritueller Ort ist, nicht viel vom Kuchen abbekomme. Würden sonst die Kinder am Straßenrand betteln?

 

Wir waren fünf volle Tage auf Safari durch die Serengeti, die Ngorongoro Conservation Area und durch den Tarangire Nationalpark. Hinzu kam noch ein Flug von Arusha in den Nordosten der Serengeti. Übernachtet haben wir in Tented Camps. Wir haben wahnsinnig viel Geld ausgegeben, aber die Safari war definitiv jeden Cent wert. Dafür verzichteten wir auf andere teure Parks in Tansania, auf die Insel Zanzibar und wir werden auch in Kenia keine weiteren Nationalparks mehr besichtigen. So war das die letzte Safari auf unserer Langzeitreise, sozusagen das SAFARI-HIGHLIGHT-FINALE-SHOWDOWN.

Buchung der Safari

Wir buchten unser Gesamtpaket bei Mega Adventure (Danke schön an Travel Southbound für die Empfehlung). Wegen der Great Migration im Nordosten, also am anderen Ende der Serengeti, entschieden wir uns, in die große Savanne zu fliegen. Yasin, unser Guide, der uns an der Rollbahn abholte, war super. Er hat viel Erfahrung, kennt sich hervorragend aus und ist ein guter Fahrer. Häufig wurde er angefunkt, ob er ein Tier gesichtet hat. Er hat sich wirklich wahnsinnig viel Mühe gegeben selbst Tiere zu finden, abseits der anderen Safari Autos. Darum waren wir auch häufig alleine unterwegs und hatten die Natur und all die vielen Viecher nur für uns alleine. Wir hatten fünf Tage lang eine Menge Spaß, viel geredet, viele Tiere gesehen und noch mehr gelacht. Unser Running Gag ergab sich schon ab der ersten Minute. Er fragte uns, was wir gerne sehen wollen, und ich sagte nur „Aardvark“. Ein Aardvark ist ein fast 180cm großes Erdferkel, das an einen Ameisenbären erinnert, und sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten ernährt. Es ist nur nachts unterwegs und eigentlich nie zu sehen. Yasin meinte: „Keine Chance“. Selbst er hat noch nie einen gesehen. Trotzdem wurde jeden Morgen und mehrfach am Tag gefragt: „Hey, wo ist denn der Aardvark?“

Los geht die Safari: Flug und Tag 1

Schon um sechs Uhr morgens, im Dunkeln, ging die Reise los. Wir wurden in Arusha am Platz an dem wir unseren Landy gebunkert haben, abgeholt und zum Flughafen gebracht. Im Nieselregen standen wir dort erst mal eine Weile herum, denn erst zehn Minuten vor Abflug kam ein netter junger Herr an einen kleinen Tisch, der den Checkin Schalter darstellen sollte und checkte die sechs Fluggäste ein. Mehr Personen hätten auch nicht in das kleine Flugzeug gepasst. Danach begleitete er uns zum Flugzeug und nahm dann ebenfalls selbst Platz. Und zwar vorne links. Als Mädchen für Alles war er offenbar auch der Pilot der Maschine.

Insgesamt flogen wir zwei Stunden mit drei Zwischen-landungen auf rappeligen, kleinen Erdpisten, die die Landebahnen darstellen sollten. Passagiere stiegen ein und aus – fast wie beim Busfahren. Pakete wurden abgeladen. Mancher nutzte die Zeit als Pinkelpause.

Endlich, etwa um halb zehn Uhr morgens, am Kogatende Airstrip angekommen, holte uns Yasin, unser Guide für die nächsten fünf Tage, ab. Er meinte, er hätte unser Mittagessen bereits dabei und darum könnte es gleich mit der Safari losgehen. Vorbei an unzähligen Tierherden machten wir uns sofort auf zum Mara Fluss. Unser Hauptziel war es, die Gnus beim Überqueren des Flusses zu beobachten. Aus diesem Grund beschränkten wir uns im Norden der Serengeti ausschließlich darauf, dieses Schauspiel mitzuerleben.

An diesem Tag konnten wir dann auch schon aus nächster Nähe zwei kleinere Gnuherden dabei beobachten, wie sie den Fluss überquerten. Jedes Mal, wenn Yasin eine Herde am anderen Ufer entdeckte, versteckten wir uns mit dem Safari Auto im Busch, etwa 200 bis 300 Meter entfernt, um die Tiere nicht zu stören. Es dauert mitunter nämlich eine ganze Weile bis sich die Tiere endlich dazu entschließen, sich ans andere Ufer aufzumachen. Sobald aber die ersten Gnus die Hälfte des Flusses passierten hatten fuhren wir los, bis an den Rand des Flusses.

Am Abend ließen wir den ereignisreichen Tag am Lagerfeuer unseres Camps ausklingen.

Safari Tag 2: Die große Überquerung

Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus. Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker, darauf folgete das Frühstück und um 07:00 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, waren wir bereits unterwegs zum Mara. Kurz nach unserer Ankunft entdeckten wir auch schon eine sehr große Gnuherde. Sie war aber noch relativ weit vom Fluss entfernt. Yasin meinte, bis die am Fluss wären, würden noch gut zwei Stunden vergehen. Darum wollten wir zuerst nach Löwen und anderen Tieren schauen. Gesagt, getan, nur wenige Minuten später standen wir bei einem zehnköpfigen Löwenrudel, das gerade dabei war, zwei in der Nacht erlegte Zebras, zu fressen. Nach ein paar weiteren Tieren und Runden durch die Landschaft fuhren wir wieder zum Fluss. Die Gnus waren schon fast am Ufer, trauten sich aber nicht rüber, teilten sich auf, kamen wieder zusammen und gingen den Fluss entlang zu einer anderen Stelle. Dieses Schauspiel setzte sich noch einige weitere Male fort. Oft waren sie kurz davor, zögerten aber immer wieder, vor allem wenn die Zebras den Kopf der Herde bildeten. Ein innerer Instinkt warnte sie vor der Überquerung. Sie erinnern sich offenbar an die Krokodilattacken der letzten Überquerungen. Etliche Kilometer flussabwärts - nach füüüünf Stunden Warten, Hinterherfahren und wieder Warten, war es dann endlich soweit: An einer für uns sehr gut einsehbaren Stelle, wagten sich die ersten Gnus ins Wasser. Weitere 1500 bis 2000 Tiere folgten, gemischt mit ein paar Zebras. Ein Riesenspektakel!

 

Dieses Ereignis ist und war einmalig und wir sind sehr dankbar es miterlebt zu haben. Wir sind froh, dass wir die Geduld aufgebracht haben, eines der spektakulärsten Ereignisse in der Tierwelt, beobachten zu können. Das war definitiv unser Highlight in Tansania.

Tag 3, 4 und 5: Zentral Serengeti, Ngorongoro, Taragire

An Tag drei hieß er erneut früh aufstehen, um über eine längere Transitstrecke in die Zentral Serengeti zu gelangen. Die Touristen nahmen dort merklich zu, aber es gab auch viel zu sehen, beispielsweise zwei Leoparden und zwei Löwen, die sich auf Bäumen ausruhten, und andere Vertreter der fabelhaften Tierwelt.

 

Der vierte Tag führte uns in den Ngorongoro Krater, der wahrscheinlich zur Regenzeit schöner ist, da dann alles wieder grün und saftig ist. Aber auch hier schlägt die Tierwelt wieder zu. Große Zebraherden durchziehen die Landschaft, Flamingos stehen im Wasser und ein Serval, eine Wildkatzenart, kreuzte unseren Weg. Allerdings war Meiky etwas enttäuscht. Er hätte sich etwas mehr davon versprochen, wahrscheinlich trübte der stärkere Tourismus hier seine Laune. Anders bei Micha: Sie blendetet die anderen Fahrzeuge aus und freute sich über jedes Tier.

Unser letzter Tag führte uns in den Tarangire Nationalpark. Wir waren sehr früh da, kaum Touristen anzutreffen und innerhalb kürzester Zeit sahen wir die unterschiedlichsten Tiere. Am frühen Nachmittag ging es wieder nach Arusha und um 17:00 Uhr waren wir wieder bei unserem Landy.

Fazit:

Wir würden für den Besuch der Serengeti auf jeden Fall eine geführte Safari empfehlen. Die Safariautos, zu 98% Toyota Land Cruiser, sind sehr komfortabel, sogar mit Klimaanlage. Sie sind geschlossen, aber man kann das Dach öffnen, sodass man im Stehen einen 360 Grad Rundumblick genießen kann. In unserem eigenen Auto wären wir bezüglich der Sicht sehr eingeschränkt. Wenn man sich einer Gruppe anschließt, sich auf Campingplätze und einfache Zelte beschränkt, ist es sogar günstiger, als selbst zu fahren. Man bekommt dreimal am Tag leckeres Essen und muss sich um nichts kümmern. Bei den Parkgates bleibt man einfach sitzen und der Guide kümmert sich um alles. Wir hatten dazu mit unserem Guide wahnsinniges Glück. Er war der beste Guide, den man sich wünschen könnte.



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