Tansania - Karibu Mzungu

„Mzungu“ und „Karibu“, das sind die beiden Wörter, die man unmittelbar nach dem Grenzübertritt nach Tansania zu hören bekommt. Die Sprache ist Swahili und es heißt: „Weißer Mann, Willkommen“. In Deutschland würde das heutzutage wahrscheinlich wieder zu einer Diskussion führen, das sei doch politisch inkorrekt. Aber wörtlich übersetzt heißt Mzungu „jemand der ziellos herumwandert“. So ganz unwahr, finde ich, ist das ja nicht. Das ziellose Umherirren sieht man oftmals vielleicht auch an unseren fragenden Gesichtsausdrücken. Beispielsweise auf den Märkten, auf der Suche nach irgendwelchen Sachen.

Bereits vor zwei Millionen Jahren lebten die Vormenschen im heutigen Tansania. Später wurde es von den Bantu-Völkern besiedelt. Im 18 Jahrhundert schifften Portugiesen und Arabische Völkern an der Küste. 1890 wurde das Land eine deutsche Kolonie und hieß Deutsch-Ostafrika, ähnlich wie Namibia, das damals Deutsch-Südwestafrika hieß. Nach dem ersten Weltkrieg übernahmen die Briten die Kolonie. 1960 wurde sie als Republik Tanganjika unabhängig, und schon vier Jahre später vereinte es sich mit dem Nachbarland, der Insel Sansibar. So entstand die Vereinigte Republik Tansania.

Einzigartig für Tansania ist die Amtssprache. In jedem anderen kolonialisierten Land Afrikas verwendet man heutzutage noch die Sprache der Kolonialherren, Englisch oder Französisch. Nicht aber in Tansania, hier spricht man Swahili, eine alte afrikanische Bantu-Sprache. Die Bevölkerung ist sehr stolz auf die Sprache. Sie gehen regelmäßig davon aus, dass auch Touristen Swahili beherrschen. Also mussten wir schnell die üblichen Gepflogenheiten einer kurzen Kommunikation erlernen.

Grenzübertritt? Kein Problem

Im Vorfeld unserer Einreise hatten wir von vielen Reisen gehört, dass die Grenze bei Kasumulu, von Malawi nach Tansania, die „Grenze des Grauens“ sein soll, mit Schleppern, vielen Leuten, erfundenen Gebühren, etc. Bei uns lief jedoch alles einwandfrei. In etwa 1,5 Stunden war die Aus- sowie Einreise erledigt. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Grenze umgebaut und modernisiert wird. In der nächsten Stadt Mbeya konnten wir alles Weitere erledigen. Wir blieben ein paar Tage bei der Kaffeefarm Utengule. Die Jahreszeit für eine geführte Tour durch die Kaffeefarm konnte nicht besser sein, da die Ernte gerade begonnen hatte. Hier war richtig was los. Alle Maschinen waren in Betrieb, der Kaffee wurde getrocknet und verarbeitet. Man erklärte uns den ganzen Prozess der Kaffeeproduktion. Für uns war es die erste Tour durch eine Kaffeeplantage. Sehr spannend, da wir viele neue Sachverhalte über die Herstellung von Kaffee erfuhren.

Für die folgende, fast 900 Kilometer lange Strecke nach Dar es Salaam benötigten wir fast vier Tage, bedingt durch das hohe LKW Aufkommen, die einspurige Fahrbahn und die zahlreichen Siedlungen, in denen nur 50 Km/h gefahren werden darf. Die permanenten Polizei Kontrollen machten anderen Reisenden sehr zu schaffen. Immer wird behauptet, man sei zu schnell gefahren. Wir machten uns auf das Schlimmste gefasst, wurden aber auf dieser Strecke kein einziges Mal aufgehalten. Allerdings fuhren wir nie zu schnell und überholten auch nie bei den durchgezogenen Linien.

Den Nationalparks Ruaha ließen wir links liegen und den Nationalpark Mikumi nutzten wir als Transit, und sahen dort dennoch Büffel, Elefanten, Zebras und Giraffen. Ganz bewusst haben wir uns dazu entschlossen diese Parks auszulassen. Nationalparks in Tansania sind unheimlich teuer. Daher haben wir uns darauf geeinigt, uns auf zwei zu beschränken, dafür für fünf volle Tage. Das Ganze inklusive Flug in die Nord Serengeti. Hierüber werden wir in einem separaten Blogeintrag berichten.

Peilungslos in Dar es Salaam

Dar es Salaam ist nicht, wie man meinen könnte, die Hauptstadt Tansanias, sondern lediglich der Regierungssitz. Die Hauptstadt von Tansania ist Dodoma. Noch nie gehört? Wir auch nicht.

In Dar angekommen, machten wir uns auf die Suche nach allen Ölen für unseren Landy – leider erfolglos. Es scheiterte jedes Mal am Getriebeöl. Hierzulande wird für das Getriebe sehr dünnflüssiges Öl verwendet. Land Rover weist aber dickflüssiges Öl aus. Schüttelt man an den Flaschen, ist es ein Unterschied wie Wasser zu Milchshake. Bleibt zu hoffen, dass wir das richtige Öl in Arusha bekommen. Zur Not bekommt der Landy eben Differenzial Öl in sein Getriebe.

Bagamoyo und seine (deutsche) Vergangenheit

Nur etwa 55 Kilometer weiter nördlich von Dar befindet sich der kleine Ort Bagamoyo. Wobei „klein“ nicht ganz richtig ist: 45.000 Einwohner leben dort. Allerdings wirkt er wie ein kleines, verschlafenes Fischerdorf. Vor einigen Jahrhunderten errichteten die Perser aus Shiraz (Iran) den ersten Handelshafen. Zu sehen sind noch die Ruinen von Kaole. Im 19. Jahrhundert war der Ort einer der wichtigsten religiösen und wirtschaftlichen Schauplätze sowie ein großer Umschlageplatz für den Sklavenhandel. Der Name Bagamoyo bedeutet: „Leg Dein Herz nieder“. Wahrscheinlich rührt er von der Hoffnungslosigkeit der deportierten Sklaven. Als sie die Galleren am Ozean erblickten, schwand wohl auch ihre letzte Hoffnung, ihre Familien und Heimatorte je zu sehen. Die gesamte nördliche Küstenlinie, von etwa 200 Kilometer von Bagamoyo bis nach Tanga, hatte zu dieser Zeit ihre Blütezeit. Erst im Jahre 1968 ließ der Sklavenhandel mit der Besiedelung der Missionare nach. Diese kauften zum Teil sogar Sklaven frei, so gut die finanziellen Möglichkeiten vorhanden waren. Die Stadt war sogar die Hauptstadt von 1888 bis 1891, zu Zeiten Deutsch-Ostafrikas. Aus dieser Zeit sind ebenfalls noch einige Gebäude oder auch ein deutscher Friedhof zu finden. Bagamoyo hat uns ziemlich gut gefallen. Als wir abends ankamen, sind wir nicht davon ausgegangen, dass die Stadt so viel zu bieten hat. Auch sehr gute Restaurants, wie das Poa Poa, haben uns überzeugt. Danach ging es für uns weiter an der Küste entlang nach Norden. Wir verbrachten noch einige, entspannte Tage im Peponi Camp, direkt am Meer. Das letzte Mal auf unserer Reise am Indischen Ozean.

Vom Indischen Ozean in die Usambara Berge

Der nächste Stopp waren die Usambara Berge und die dort ansässige Paradise Lodge, gebaut von deutschen Auswanderern. Für die letzten drei Kilometer zur Lodge benötigt man die Untersetzung. Bei Regen wird es etwas rutschiger, aber immer noch gut machbar mit kleinen Fahrzeugen.

In den Usambara Bergen kann man zahlreiche Wanderungen unternehmen, etwa zu Nationalparks, Wasserfällen, Dörfern, etc. Für die Wanderungen würden wir einen Guide empfehlen. Er kennt alle Wege, die Dörfer, Aussichtspunkte und interessante Sehenswürdigkeiten und was am angenehmsten ist: Er hält dir andere Leute vom Leib, die sich als Guide oder was auch immer aufdrängen möchten. In der gesamten Gegend gibt es viele Chamäleons. Nachts mit Taschenlampe sind wir schon sehr gut darin geworden, sie zu finden. Tagsüber ist es deutlich schwieriger. Ein Guide findet Chamäleons innerhalb von Minuten. Für ungeübte Augen ist es schwer sie zu finden und obwohl die eigene Nasenspitze keinen Meter von dem Tier entfernt ist, sieht man sie meist kaum.

Vor Ort stellte sich heraus, dass man in dieser Region eine gute Woche verbringen könnte. Leider beinhalteten unsere Reiseführer kaum Infos über die Usambara Berge, sonst hätten wir mehr Zeit eingeplant und unseren Safaritermin nicht so zeitig gebucht. So ist es halt, wenn man vorausbuchen muss.



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