Oman – von Nord nach Süd

25.01.2019 von Meiky:

 

Nach unserem Strandaufenthalt ging es über die Berge ab Fins auf schlechten Pisten wieder zurück zu den Wahiba Sands. Wir wollten uns in den Bergen eine große Höhle mit vertikaler Öffnung anschauen die im Reiseführer nicht genauer beschrieben war. Es handelt sich um die Madschis al-Dschinn Höhle, mit einer Grundfläche von 58.000 Quadratmetern. Die Höhle ist rund 158 Meter tief, an der tiefsten Stelle sogar 178, das heißt die Pyramide von Gizeh würde problemlos rein passen. An der Oberfläche der Höhle sind nur drei kleine unscheinbare Löcher von ca. 7 x 7 Metern zu sehen. Bevor wir die Fahrt zur Höhle antraten befürchteten wir schon, dass es nicht viel zu sehen gibt. Wir hofften aber, dass die Sonne den Boden etwas ausleuchtet, so dass man hineinschauen kann. An der Höhle angekommen haben wir das unscheinbare Loch im Boden gleich gefunden, aber leider steht die Wintersonne im Oman selbst zur Mittagszeit so niedrig, dass die Sonnenstrahlen die Höhle nicht ausleuchten konnten. Somit schauten wir nur ein tiefes schwarzes Loch. Die Höhle kann nur mit Genehmigung besichtigt werden und dann auch nur wenn man sich darin abseilt. Eine Alternative wäre noch BASE-Jumpen!!!

Etwas enttäuscht fuhren wir weiter zu den Wahiba Sands, um die Wüste auf einer Strecke von 150 Kilometern zu durchqueren. In Ibra mussten wir wieder einkaufen, was langsam echt nervt, gefühlt stehen wir jeden zweiten Tag im Supermarkt. Wasserauffüllen mussten wir auch wieder und diesmal  leider mit Flaschen, da unser 20 Liter Wassersack mit dem wir sonst unseren Tank befüllten kaputt gegangen ist. Unterwegs werden wir versuchen eine Kieskanne zu kaufen, keine Ahnung ob es sowas im Oman gibt.

Nach den ganzen nervigen Tätigkeiten wie Tanken, Einkaufen, Wasser bunkern und Mittagessen (muss man schließlich auch noch) ging es endlich wieder in Wüste.

Den Luftdruck in den Reifen abzusenken ist für das Fahren im Sand essenziell. Bei normalem Luftdruck (den man für das Fahren auf der Straße verwendet) würde man sich sofort fest fahren. Mittlerweile schrauben wir die Ventile raus, weil es einfach schneller geht. In drei Minuten sind alle Reifen fast platt (also zwischen einem und 0,8 Bar Luftdruck auf der Vorderachse und Hinterachse). Bei ganz weichem Sand würden wir sogar noch 0,3 weitere Bar ablassen, aber da könnte sich bei zu engen Kurvenfahrten schon mal der Reifen von der Felge lösen. Bei 0,8 bis einem Bar Luftdruck muss man hingegen nicht aufpassen und wir haben bis jetzt gute Erfahrungen damit gesammelt.

Auf den ersten 30 Pistenkilometern bis zum letzten touristischen Wüstencamp war die Route noch leicht zu erkennen. Danach zweigten sich immer mehr Spuren ab, so dass die Route schwieriger zu finden war, aber trotzdem noch relativ einfach. Natürlich waren da auch ein paar Dünenkämme zu überqueren und wir sind den ein oder anderen nicht auf Anhieb hoch gekommen. Micha musste ein paar Mal aussteigen und mir per Handzeichen zeigen, wie es  danach weiter ging. Nicht, dass wir wieder in ein Loch wie in Liwa rein donnern. Einmal reicht völlig aus und der Schock sitzt noch tief. Genau in der Mitte unserer Wüstenstrecke haben wir unser Nachtlager aufgeschlagen, wo es besonders ruhig und leise war.

Einen genauen Offroadtrack mit Koordinaten und Beschreibung findest hier

Als wir uns am nächsten Tag nach weiteren 60 Kilometern durch die Wüste (die Fahrspuren wurden wieder mehr) der Hauptstraße näherten hieß es natürlich wieder Luftdruck erhöhen was bei uns ca. 15 Minuten dauert. Wir wollten am selben Tag noch zu den Sugar Dunes. Schnelles Mittagessen am Straßenrand, romantische Plätze für das Mittagessen suchen wir schon seit dem ersten Monat in Südamerika nicht mehr. Es wird einfach da angehalten wo wir Hunger haben, unabhängig von der Umgebung.

Etwa 20 Kilometer vor Ankunft bei den Sugar Dunes führte uns unser Navi über einen kilometerlangen Sandstrand. Also Tür auf, Luft raus, Tür zu, Gang rein und weiter geht die Fahrt! Die Sugar Dunes machen ihren Namen alle Ehren: sie sind weiß!

Der Strand war sehr schön und leer, also entschieden wir uns wieder für die Extranacht. Bevor wir die lange Etappe in zwei Tagen nach Salalah anpacken wollten. Bei diesen ca. 500 Kilometer handelte es sich um sehr eintönige Wüstenlandschaft. Wir machten Halt an einer Bucht, wo wir wieder die die Familie vom Kiez um die Welt getroffen haben. Das erste Mal trafen wir uns zufällig in Yazd (Iran). In der besagten Bucht soll es zutrauliche Delfine geben die bis zum Strand kommen und einem sogar durch die Beine schwimmen. Nachdem das Glück mit dem Wildlife selten auf unserer Seite ist, hatten wir auch hier Pech. Keine Delfine, dabei haben wir uns schon so sehr darauf gefreut mit wilden Delfinen schwimmen zu gehen. Auch hier blieben wir eine weitere Nacht, um auf die Delfine zu warten, die sich aber nicht zeigen wollten, so dass wir 100 Kilometer nach Mirbat kurz vor Salalah gefahren sind, wo wir nun endlich unseren lang ersehnten Urlaub machen….



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