Kasachstan - Meiky allein unterwegs

12.09.2018 von Meiky:

 

Als Micha für ein paar Tage auf Heimaturlaub war wollte ich die Zeit nutzen, um mir was anzuschauen, Fotos zu sortieren etc. Leider kam es anders. Ich entdeckte einen Riss im Chassis und fuhr wieder nach Almaty, Kasachstan, da ich dachte hier wären die besseren Werkstätten in denen man auch englisch sprechen könnte. An den ersten beiden von I-Overlander empfohlenen Werkstätten konnte ich niemanden antreffen, an der dritten hatten sie keine Zeit und an der vierten wollte man sich der Sache nicht annehmen. Also habe ich an diesem Tag wenigstens unsere Wäsche in die Wäscherei gebracht, immerhin ein Erfolgserlebnis.

 

Am nächsten Tag fuhr ich zu einer freien Land Rover Werkstatt und entdeckte nur neueste Range Rover. So langsam zweifle ich an der Sache, dass alte Autos ohne Elektronik die besseren Overland-Fahrzeuge sind. Mittlerweile gibt es in den Städten überall top ausgestattete Werkstätten, die viele Ersatzteile für die neuesten Modelle auf Lager haben, für alte Autos haben sie nichts mehr im Lager und die Teile müssen immer zeit- und kostenintensiv im Ausland bestellt werden. Ich denke, in den nächsten Jahren wird es sich weiter verändern, so dass neue Fahrzeuge trotz der Elektronik vielleicht doch die besseren Overlander Fahrzeuge sind. Wir halten aber an unserem Landy fest und werden ihn im nächsten Jahrzehnt nicht hergeben, schließlich wollen wir mit dem Auto nach andere Kontinente entdecken.

In der Landy Werkstatt wollten sie den Riss im Rahmen nicht schweißen, konnten mich aber weiter empfehlen. In der fünften Werkstatt  von Tair angekommen haben wir uns gleich an die Arbeit gemacht. Wir hatten anfangs ein paar Anlaufschwierigkeiten, da sie nicht die Arbeiten ausführen wollten, wie wir es anfangs besprochen hatten und wie ich es für richtig empfunden habe. Nachdem ich meinen Overall angezogen habe und lauter geworden bin war die Aufgabenverteilung schnell geklärt und ich hatte das Zepter in der Hand und auf einmal klappte es sehr gut. Also fing ich an, an unserem Landy zu arbeiten und die Mitarbeiter folgten meinen Anweisungen. Wir hatten echt Spaß bei der Arbeit und nach ca. 5 Stunden waren wir dann auch fertig. Wir haben die Risse auf beiden Seiten tief und breit ausgeflext, zugeschweißt, geschliffen und noch eine 3mm Platte über den Rahmen geschweißt die wir zuvor mit 12mm Löchern versehen haben. Die Löcher wurden dann ebenfalls mit dem Rahmen verschweißt. Das sollte auf alle Fälle halten, nur was hält der deutsche TÜV davon????

Nach getaner Arbeit ist Tair mit dem Preis nochmal deutlich runter gegangen und hat mich eingeladen in seinem Haus zu übernachten. Die Übernachtung im Haus lehnte ich hab, sagte aber zum Abendessen komme ich sehr gerne. Also sind wir im Convoy zu ihm gefahren, wo schon das Essen und die Familie auf uns warteten. Sein Bruder Tulkun konnte ebenfalls etwas Englisch und die Tochter, die eigentlich in Usbekistan wohnt, sprach ebenfalls sehr gut Englisch. Vielleicht treffen wir Daria in Tashkent wieder!

 

Da es mir bei der Familie sehr gut gefallen hatte und ich im Landy im Innenhof schlafen konnte habe ich mich für weiter drei Tage eingeladen und wurde täglich mittags und abends bekocht. Tja, das hat man nun von der Gastfreundschaft, die ich in vollen Zügen genossen habe. Dafür habe ich mitgeholfen den Zaun wieder zu befestigen. Die Tage und die Abende waren sehr angenehm und herzlich und wir haben über die unterschiedlichsten Sachen gesprochen. Interessant fand ich, dass Helmut Kohl immer noch der große Deutsche Politiker ist und dass die beiden, Tair und Tulkun mir alle Namen der deutschen Biathlon Athleten aufzählen konnten, da die Kasachen Biathlon lieben und es ein echtes Happening im Fernsehen ist.

 

Nach drei Tagen war es dann für mich wieder an der Zeit weiter zu ziehen und ich fuhr wieder in Richtung Kirgisistan. Allerdings fuhr ich noch einen kleinen Umweg von nur 140 Kilometern (für kasachische Verhältnisse echt wenig) um die die UNSECO Petroglyphen in Tamgaly anzuschauen. Dort sind ca. 5000 Felszeichnungen aus der Bronzezeit.

 

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Tair und seinen Bruder Tulkan, Daria und der ganzen Familie für die herzliche Zeit in Almaty bedanken.



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