Kasachstan - Steppe, Kamele, Steppe, Kamele...

09.08.2018 von Meiky:

 

Nach Astrachan in Russland erwartete uns eine etwas schaurige Pontonbrücke, die über die Wolga nach Kasachstan führt. Das Grenzprozedere dauerte etwa 15 Minuten, allerdings warteten wir davor 2,5 Stunden bis wir dran kamen.

Wir nutzten Kasachstan mehr oder weniger als Transitstrecke, wobei wir uns aber alle Sehenswürdigkeiten anschauten, die auf der Strecke lagen. Wir legten über 4400 Kilometer Strecke in 25 Tagen zurück! Gleich am ersten Tag sahen wir zu unserer großen Freude zahlreiche Kamele und waren vom furchtbaren Straßenzustand nach Atyrau nach kurzer Strecke bereits genervt und befürchteten, dass wir Tag und Nacht durchfahren müssten um Bishkek in Kirgistan in 30 Tagen zu erreichen. Folgende Strecke fuhren wir auf den Hauptverbindungsstraßen. Atyrau-Uralsk-Aqtöbe-Aralsk-Schymkent- Almaty und dann noch weiter östlich zum Charyn Canyon. Vielleicht, fragt sich nun der ein oder andere warum die beiden denn nicht die direkte Strecke von Atyrau nach Aqtöbe gefahren sind und den 550 Kilometer Umweg über Uralsk auf sich genommen haben? Die Antwort ist ganz einfach. Die Direktverbindung MXX existiert tatsächlich nur noch auf der Landkarte. Die Straße, oder das was davon noch übrig ist, soll in einem katastrophalen Zustand sein und man benötigt für diese Strecke gute vier Tage bei 8 bis 10 Stunden Fahrzeit täglich. Das wollten wir uns und unserem Landy nun wirklich nicht antun und sind deswegen sind wir lieber über Uralsk gefahren.

Man muss sagen, dass die Hauptverbindungstrecken in einem sehr guten Zustand sind, verlässt man allerdings die Hauptstraße werden die Straßenbedingungen gleich deutlich schlechter.  Sie sind übersäht mit Schlaglöchern und aufgerissenem Asphalt, so dass man immer wieder auf 5 km runter bremsen muss und ein flüssiges Vorankommen nicht möglich ist. Teilweise fährt man auch neben der Straße und hofft, dass diese ausgefahrenen Pisten besser sind. Wir entschieden uns oft für die Pisten neben der Straße, da wir dann wenigstens mit 30 km/h konstant durchfahren konnten.

 

Die ersten zehn Tage führten uns nur durch flache Steppenlandschaft, erst nach ca. 2500 Kilometern kam etwas Abwechslung. Bei Schymkent wurde es dann zum Glück wieder etwas grüner und es gab wieder Bäume und Büsche, die höher als zwei Meter waren. Dafür war die Übernachtungsplatzsuche in der Einsamkeit  der Steppe sehr einfach gewesen. Zwischen den Städten kann man überall stehen bleiben. Wir bogen einfach von der Hauptstraße in den nächsten Feldweg ein, fuhren ca. 5 Kilometer  in die Steppe und standen dann im Nichts über Nacht, einsam und ruhig. Meist kamen aber Kamele, Kühe oder Pferde vorbei und jeden Abend erwartete uns ein wahnsinnig schöner Sonnenuntergang.

The Michaels, Mit dem Auto zum Aralsee, Steppe, Kasachstan

Das erste Highlight auf unserer Strecke war der Aralsee, oder das was davon noch übrig ist. Seit 1960 hat er ca. 90 % des Wasservolumens verloren. Eine der größten von Menschhand verursachte Umweltkatastrophe. In der ehemaligen Hafenstadt Aralsk kann man noch das Hafenbecken mit den Krähnen erahnen, ansonsten ähnelt die Stadt einem Wüstenort, wie alle anderen Orte rund um den Aralsee.

 

Da wir den Aralsee unbedingt sehen wollten, fuhren wir 20km querfeldein in die Richtung, in der unsere Karte und das Navi den Aralsee vermutet hatten. Leider fanden wir dort nur Schilf vor und mussten darum noch weitere 50 Kilometer zu einem ganz kleinen noch existierenden Fischerdorf fahren und verbrachten die Nacht direkt am See. Der kleine Aralsee, also der nördliche Teil ist für europäische Verhältnisse aber immer noch recht groß!!!

Raketenteile in Kasachstan, Baikanor

Vom Aralsee ging es weiter Richtung Almaty. Auf den etwa 1800 Kilometern lagen das Cosmodrom Baikanor  (bei einem Truckstop haben wir im Hinterhof drei Teile einer Booster Rakete gefunden), die ehemaligen Festungslangen Sauran und Otrar, sowie das Mausoleum in Turkestan.

 

In Almaty kümmerte sich Meiky mal wieder um den Landy, im Innenhof des European Back Packers Hostel, wo wir im Auto übernachten konnten. Nach drei Tagen zog es uns auch schon wieder raus aus der Stadt zum Charyn Canyon und zum Kaindy Lake. Auf dem Weg dorthin lud uns eine kasachische Familie zu Tee und Gebäck ein. Die 16-jährige Tochter konnte recht gut Englisch und musste die ganze Zeit übersetzen. War mal wieder ein echt tolles Erlebnis. Würdest Du fremde Leute in Dein Haus einladen?



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