Iran – Unser Fazit

21.03.2019 von Micha und Meiky:

 

Nach 58 Tagen im Iran erlauben wir uns ein Fazit. In einem anderen Blog haben wir als Überschrift gelesen „Iran – die Achse der Gastfreundschaft“. Diesen Satz können wir definitiv bestätigen. Man muss sich dem Land vollkommen öffnen und die Einheimischen an sich heran lassen, sonst hat man wirklich keine Freude. Nach einigen Wochen kann es aber auch ganz schön nervig werden. Wenn der durchschnittliche Iraner ständig „Excuse me, hello Mister, welcome to Iran, from where? Foto? bye bye“ sagt und somit seinen gesamten Englischen Wortschatz in einem Satz rausballert. Iran hat uns sehr gut gefallen und auf Grund der Größe ist es sehr vielseitig mit einer sehr abwechslungsreichen Landschaft. Hier der Link zum Thema Gastfreundschaft.

 

/ Iran ist ein sicheres Reiseziel auch an den Grenzgebieten (nur im Südosten sollte man sich über die Sicherheitslage informieren, da waren wir aber nicht). Wir möchten gerne wissen, woher dieser seltsame Glaube des Westens kommt, der Iran sei unsicher? Wahrscheinlich noch von diesem „Achse des Bösen“ Gefasel… Wir hätten viel mehr Angst am Louvre in der Warteschlange zu stehen, dort ist unserer Meinung nach, die Gefahr eines terroristischen Anschlags erhebliche Male höher als im Iran.

 

/ Als Frau kann man Iran ebenfalls sehr gut alleine bereisen. Man wird von den Männern fast immer in Ruhe gelassen (außer man steigt alleine aus dem Auto um die Neujahrsgoldfische zu fotografieren) und es gibt genügend Frauen und Kinder die man auf der Straße fragen kann.

 

/ Passend zu diesem Thema auch: der Kleiderzwang für Frauen. Im Prinzip keine extrem große Umstellung. Sollte halt alles langärmelig und –beinig sein, was vor allem in der dortigen Sommerhitze ganz prima ist, zusätzlich zum vorgeschriebenen Kopftuch oder auch Schal natürlich, der das Haupthaar von über neunjährigen weiblichen Menschen bedecken soll, (Aber vielleicht hilft es ja FlipFlops gegen die Hitze zu tragen, die Füße waren nämlich nicht reglementiert) während Männer rumlaufen dürfen wie sie wollen (um hier kurz auf die Skinny Jeans Fraktion am Hafen hinzuweisen) und frau sollte darauf achten, dass das Oberteil weit ist und über den Hintern geht, damit keiner der armen Männern von den bösen Frauen verführt werden kann, so wie es quasi vor der Revolution war, als Frauen dort noch im Mini unterwegs waren und das alles unter dem (im wahrsten Sinne des Wortes) Deckmäntelchen „Hijab is like a shell for the pearl“ um die zerbrechlichen Frauen dadurch natürlich nur schützen zu wollen. Was jeder persönlich tragen möchte ist eine Sache, Gesetze zu erlassen um Leuten vorzuschreiben was sie tragen oder nicht tragen sollen eine andere und ein Europäer wird das wahrscheinlich nie wirklich für gutheißen oder verstehen können – außer die Österreicher vielleicht ;-)

 

/ Es gibt im ganzen Land keine solchen Supermärkte so wir wie sie aus Deutschland kennen. Dafür unzählige kleinere oder größere Shops und Bazare. Für einen Großeinkauf kann schon mal ein halber Tag drauf gehen. Man läuft alle kleine Läden und Bazare ab und hat dann gerade einmal 50 % vom Einkaufzettel abgearbeitet.

/ Iran ist derzeit auf Grund des Wechselkurses sehr günstig € 1,-- sind ca. 150.000 Rial (stand März 2019)

               Reichhaltiges Mittagessen für 2 Personen inkl. Getränke € 2,50

               Reichhaltiges Abendessen für 2 .Pers. in einem richtigen Restaurant (kein Imbiss) inkl. Getränk ca. € 4,50

               2 Falafel Sandwiche und 1 Liter Cola €1,40

               Taxifahrt innerorts € 0,50

               1 Liter Diesel € 0,02 , also 100 ;Liter für € 2,20

               Eintrittspreis pro Sehenswürdigkeit pro Person € 1,50

               Brot 0,07 Cent und eine Dose Cola € 0,22

 

/ Ein Vegetarier wird es im Iran schwer haben, außer man ißt Huhn oder nur ein bisschen Fleisch (was hier direkt als Vegetarier durchgeht). Das Essen ist abwechslungsreich und es gibt nicht immer nur Kebab mit Reis (manchmal aber schon). Wenn man in die Küchen geht findet man immer wieder neue Eintöpfe, natürlich immer mit (etwas) Fleisch drin.

The Michaels, Verkehrsmittel im Iran, Diesel im Iran

/ Straßenverkehr: So nett, lieb und hilfsbereit die Iraner auch sind. Es ändert sich schlagartig wenn sie in ihrem Auto sitzen und den Motor starten; dann mutieren sie innerhalb von Sekunden zum größten Verkehrsrowdy (noch sehr nett ausgedrückt).

 

Wir haben noch nie so rücksichtslose Autofahrer wie in diesem Land erlebt. Parallel daddelt jeder Zweite am Handy oder macht sonst was im Auto. Jeder fährt einfach wie er will. Reißverschlusssystem? Ein Fremdwort - kennt man hier nicht. Es ähnelt eher einem Klettverschlusssystem. Wir haben auch noch nie so viele Unfälle (Blechschäden) gesehen. Man kann sich das Ganze aber auch zu Nutze machen wenn man halt auch „irgendwie“ fährt:  also beim Abbiegen auf die Hauptstraße einfach reinfahren ohne auf den Verkehr zu achten, Spurwechsel ohne zu schauen, U-Turn auf der Autobahn, Linksabbiegen ohne dass man Vorfahrt hat usw. Streng nach dem Motto iranische Autos haben auch Bremsen und andere Fahrer Augen. Sie verlassen sich mehr auf die anderen als auf sich selbst. Für uns undenkbar. Es ist ihnen auch egal wenn sie wegen Dir bremsen oder ausweichen müssen. Man sollte darum absolut immer bremsbereit sein.

 

/ Iranische Straßenverhältnisse sind recht gut. Schlaglöcher findet man selten und die Autobahnen sind in einem ähnlich guten Zustand sowie in Deutschland. Nur, dass es auf deutschen Autobahnen keine Schafe gibt.

 

/ Tanken: ist manchmal etwas schwierig. Tankstellen die Diesel führen sind nicht so häufig und man benötigt eine Tankkarte. Also muss man hoffen, dass die Tankstelle eine Tankkarte hat, oder man auf die Karte eines LKW-Fahrers tanken kann. So ganz haben wir das System mit der Tankkarte nicht kapiert. Wir konnten nämlich nicht immer volltanken Wir haben häufig nur 20, 50 oder 100 Liter bekommen. Wir denken, dass die Tankkarten aufgeladen werden müssen und die Steuer darüber abgerechnet wird. Wenn jemand etwas Genaueres weiß, bitten wir um diese Information.

 

/ Zum Schluß müssen wir sagen, dass es sehr freundlich vom Präsidenten ist eine Neujahrs-SMS zu erhalten.

 

Alles in einem Satz erklärt: IRAN IS GREAT



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