Transnistrien & Moldawien – Ein Land oder doch zwei?

Wir waren nur 24 Stunden in Moldawien, beziehungsweise auch in Transnistrien, daher haben wir auch nicht so viel gesehen und erlebt. In Transnistrien besichtigten wir nur die Hauptstadt Tiraspol und in der moldawischen Hauptstadt Chişinău einen verlassen Zirkus aus Sowjetzeiten, in den man aber leider nicht hinein konnte. Wir entdeckten auch noch die kleine „Kleine Prinz Statue“ im Stadtpark. Die Statue war wirklich klein, er ist nur 5 cm groß und daher war es auch nicht ganz leicht die Statue zu finden. Das war es auch schon mit unserer Sightseeingtour.

Wir waren wieder ziemlich glücklich in einem Land zu sein, wo wir alles wieder lesen konnten und zu unserer Verwunderung ähnelte die Sprache sehr dem Italienischen. Ja, in der Republik Moldau oder einfach nur Moldawien spricht man nämlich rumänisch, somit eine romanische Sprache und ein Teil des italienischen Zweiges.

Tatsächlich können die Leute in Moldawien auch italienisch verstehen und sprechen so konnte endlich wieder etwas mehr Konversation mit Einheimischen stattfinden. Wie zum Beispiel mit einem LKW-Fahrer, der sich im Matsch festgefahren hatte, als wir gerade dabei waren einen Schlafplatz zu suchen. Er fragte uns ob wir ihn rausziehen könnten. Als wir unseren Landy positionierten gelang es ihm dann doch noch ohne unsere Hilfe. Die einzige Schlafplatzsuche in Moldawien war mal wieder sehr schlammig und als es mal wieder fast die ganze Nacht regnete hatten wir ebenfalls Schwierigkeiten auf die Straße zu kommen. Die Feldwege sind zwar sehr festgefahren aber die ersten 3 cm sind so weich und so matschig, dass man selbst kleinste Anhöhen von nur 3% Steigung trotz Allrad fast gar nicht bewältigen kann. Aus Spurrillen ist es undenkbar wieder heraus zu kommen.

Wir reisten aus der Ukraine (Ausreise ging ganz fix) nach Transnistrien ein. Bei Einreise in Transnistrien erhielten wir für 7 Tage eine Immigration Card, kurzer Blick ins Fahrzeug, mussten $4,- Ecotax in Form einer Vignette bezahlen und der Reisepass wird nicht gestempelt. Die Ausreise verlief ebenso unproblematisch und schnell. Blick ins Fahrzeug, in den Reisepass und auf die Immigration Card, das war’s, Gang rein los geht’s. Man merkt, dass man sich Europa wieder nähert. Ebenso einfach war auch die Einreise nach Moldawien und man musste wieder eine Vignette für € 5,-kaufen, Pass wird nicht gestempelt, aber eine Immigration Card wird ausgehändigt.

Anfangs waren wir bei der Einreise in Moldawien verunsichert, da wir dachten, dass Transnistrien zur Republik Moldau gehöre und es zwischen Transnistrien und Moldawien keine wirklichen Grenzen gibt. Aber bei Ausreise aus Moldawien muss der moldauische Einreisestempel vorgezeigt werden, die Immigration Card aus Transnistrien hat an der moldauischen Ausreisegrenze keine Gültigkeit. Daraufhin waren wir verunsichert und wussten anfangs nicht wo man den Einreisestempel für Moldawien erhält und wir wollten uns auch nicht illegal im Land aufhalten und Probleme mit den Behörden bekommen. Es hat sich aber wie beschrieben alles als ganz leicht herausgestellt, nur dass es keine Stempel sondern Immigration Cards gibt, da es tatsächlich in Moldawien eine richtige Landesgrenze gibt die das Land von Transnistrien trennt. An der Grenze zu Moldawien haben wir eine Broschüre über die Einreisebestimmungen erhalten wo alles ganz genau beschrieben wird. Hat uns aber nicht viel gebracht, wir hatten Transnistrien bereits hinter uns gelassen.

Transnistrien erstreckt sich als langer Streifen von Nord nach Süd über eine Strecke von etwa 200 Kilometern an der östlichsten Seite von Moldawien und befindet sich vollständig innerhalb der Republik Moldau. Der Landesstreifen ist an der breitesten Stelle keine 25 Kilometer breit.

Transnistrien entstand erst zwischen 1990 und 1992 während des Zerfalls der Sowjetunion und spaltete sich von Moldawien ab. Nach einem kurzen Krieg von März bis August 1992 erreichte Transnistrien eine de-facto-Unabhängigkeit. Transnistrien verfügt unter anderem über eine eigene Regierung, die Amtssprache ist Russisch und auch Moldauisch, Währung, Verwaltung und Militär sind seit 1992 zwar faktisch unabhängig, das Land wurde jedoch bislang von keinem anderen Staat anerkannt und wird weiterhin von Moldawien beansprucht. Alles dort ist sehr russisch geprägt, um nicht sogar sowjetisch zu sagen, da noch viele Symbole in Gebrauch sind.

 

Die Republik Moldau ist im Vergleich zu Transnistrien überhaupt nicht russisch beeinflusst und die Amtssprache ist sogar Rumänisch. Sowjetsymbole oder Schilder auf Kyrillisch findet man nicht. Es war ab der Grenze schon sehr europäisch. Wir finden, dass Transnistrien und Moldawien zwei absolut verschiedene Länder, die gegensätzlicher nicht sein können sind und auch durch eine richtige Grenze voneinander getrennt sind.

Bei den Reisevorbereitungen findet Ihr eine Download-Broschüre mit den Einreisebstimmungen zwischen Transnistrien und der Republik Moldawien.

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