Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt

Von Meiky am 17.09.2021

Diesen Satz bekam ich oft von meinem Vater zu hören und so verhält es sich auch bei uns. Ist man auf (Langzeit)Reise unterwegs und plant Routen oder Offroadtouren, muss man sich ein wenig mit dem Thema Navigation befassen.

 

Unsere Kosten für unsere digitale Navigation belaufen sich auf € 82,- . Wir besitzen ein Garmin Nüvi 2599 LMT-D für € 70,-- inklusive Halterung und eine SD-Karte für Afrika für € 12,- , bei einem online Auktionshaus gekauft. Das war’s, mehr nicht. Einmal das Garmin für ein Update an den Computer angeschlossen, personalisiert, SD-Karte für Afrika rein und in den Einstellungen „My Maps“ bei Afrika einen Hacken gesetzt, fertig. Warum wir uns für die einfache Navigation entschieden haben ist ganz einfach. Beim Nüvi gibt es nämlich ein Land Rover Defender Icon!!! Nein, Spaß beiseite, es ist zwar ein witziges Gimmick, war aber nicht der entscheidende Grund.

 Um ehrlich zu sein haben wir uns mit GPS- und Navigationsgeräten, Karten und Tourenplanung nie großartig auseinander gesetzt. Das Thema war/ist uns sogar lästig: Welches GPS man benötigt, wie man Touren mit irgendwelchen Programmen auf dem Notebook erstellt, bearbeitet und dann mit dem Navigationssystem konfigurier, um dann die getrackte Route wieder auf den Computer rüber zu ziehen, etc. Aus der Art und Weise wie wir darüber schreiben, können wahrscheinlich Profis herauslesen, dass wir keine Ahnung davon haben und so ist es auch. Aber dennoch ein schönes Thema um darüber zu schreiben.

 

Schon auf unseren vergangenen Reisen durch Südamerika und Zentralasien hat sich unsere Art der Navigation bewährt und war für unsere Bedürfnisse vollkommen ausreichend. Ein ganz einfaches Straßennavi, bei dem man schnell Koordinaten eingeben und abspeichern kann. Eine Höhenanzeige wegen der Höhenakklimatisierung ist uns ebenfalls wichtig. Ok gut, die Höhenanzeige macht in Afrika wenig Sinn, ist aber trotzdem interessant. Bis jetzt sind wir überall angekommen, wo wir hin wollten. Natürlich mit kleinen Ausnahmen. Aber dabei waren nicht immer das Navi oder unsere Navigationskünste schuld. Ein Beispiel: Eine Felsspalte ist zu eng und wir passten nicht durch. Oder: Ein Bauer sagte uns: „Wenn Du ein Pferd und drei Tage Zeit hast, ist der Weg zu passieren. Aber mit dem Auto geht es schon länger nicht mehr“. Was zudem häufig vorkommt ist, dass manche Straßen saisonal einfach unpassierbar sind.

Unser tolles Nüvi hat eigentlich alle Straßen, Pisten, Wege etc. drauf und seien sie noch so klein. Es gibt Orte (z.B. im Oman die Kalksandpilze), da gibt es keine Wege oder Fahrspuren. Dort geben wir unsere gewünschten Koordinaten einfach ein und versuchen dann der geraden Linie, die das Nüvi vorgibt, so gut wie möglich zu folgen. Das gelang uns bis jetzt auch immer sehr gut. Für den Fall dass man sich verfährt und wirklich gar nichts mehr voran geht, kann man beim Zurückfahren einer Linie folgen, die unser Defender Icon auf dem Display hinterlassen hat. Die Fahrwege können sich auch gerne jährlich ändern oder sie teilen sich mehrfach auf und laufen nochmal einige hundert Meter parallel zur Route die hinterlegt ist. Dann fährt man eben dort, wo die Piste am angenehmsten ist. Häufig kann man in Wüstengebieten auch einige Kilometer neben der ausgewaschenen Wellblech Piste deutlich schneller fahren.

Selbstverständlich planen wir unsere Routen und Offroad Strecken im Voraus und fahren nicht immer ins Blaue hinein! Wie viele vermutlich bereits mitbekommen haben, sind wir „manchmal“ etwas Old School unterwegs. Wir benötigen nämlich eine große Landkarte zur Übersicht. Wir nutzen dabei die Karten von „Reise Know How“, die immer sehr gut sind. Aber die Karten von Tracks 4 Afrika sind hier fast besser. Abends im Bett lese ich Reiseführer und schaue mir auf dem Handy bei Maps.Me die möglichen Wege an, setze Lesezeichen bei markanten Wegpunkten, Kreuzungen und wichtigen Abzweigungen. Diese Lesezeichen/Koordinaten gebe ich dann morgens manuell, wenn sich Micha noch einmal im Bett umdreht, ins Navi ein und speichere sie nummerisch ab. Das dauert maximal fünf bis zehn Minuten. Also geht es dann von „Punkt1“ zu „Punkt2“ und so weiter.

 

Unser Nüvi hat natürlich auch ein paar Nachteile und es funktioniert nicht alles perfekt. Wir sagen gerne spaßeshalber, wer die Welt gerne mal auf Abwegen kennenlernen möchte, sollte sich ein Garmin kaufen und ein Update machen. Bei größeren Distanzen sollte man kontrollieren, ob auch die Strecke hinterlegt ist, die man tatsächlich fahren möchte. Ansonsten müsste man Zwischenziele hinterlegen. Oft ist die „schnellste Strecke“ auch gar nicht die tatsächlich schnellste. Das Navi macht nämlich oft keinen Unterschied zwischen Pass- und Landstraßen. Beides ist einfach außerhalb geschlossener Ortschaften und darum kalkuliert es eine gleich hohe Durchschnittsgeschwindigkeit. Diese ist auf Passstraßen nicht mal ansatzweise zu erreichen, vor allem nicht auf Schotter. Leider erkennt das Navi zudem bei Städten teilweise die möglichen Umgehungsstraßen nicht und führt einen fast immer mitten in und durch das städtische Verkehrschaos. In kleinen Ortschaften errechnet das Gerät immer die kürzeste Distanz, sodass man beim Befahren der Route das Gefühl bekommt, bei den Einwohnern durch den Garten oder Hof zu fahren.

Für die Routenplanung von Maun nach Kasane in Botswana habe ich mir anfangs etwas schwer getan. Sowohl bei Maps.Me, als auch beim Garmin muss man sehr weit hineinzoomen, um die kleinen Fahrwege erkennen zu können. Es funktioniert, ist aber etwas mühsam und zeitaufwändig. Und da sind wir, glaube ich, an einem Punkt angekommen, wo andere GPS-Geräte und Programme deutlich besser sind.

 

Eigentlich könnte man auch ausschließlich mit der App „Maps.Me“ navigieren. Im besten Fall zusätzlich auf einem Tablet. Die App und seine Karten kann man kostenfrei herunterladen und dann offline verwenden. So muss man für die Navigation keinen Cent ausgeben, da wir ja alle ein Smartphone besitzen. Die Strecken und Wanderwege sind wirklich phänomenal genau. Wir nutzen Maps.Me als Navigationsgerät nur in sehr seltensten Fällen, wenn wir für kurze Distanzen nicht die Koordinaten aufs Nüvi übertragen möchten. Nur mit Maps.Me zu navigieren wäre für uns keine Option. Wahrscheinlich haben wir uns schon zu sehr an unseren digitalen Defender im Display gewöhnt…



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